Jüchen : Spatenstich für 3M-Lager

Der Technologiekonzern 3M erweitert in Jüchen das wichtigste seiner fünf europäischen Distributionszentren. Durch den Bau des zweiten Hochlagers an der Neusser Straße (B 59) sind auch Verkehrsstörungen möglich.

Wenn der größte Arbeitgeber in der Gemeinde seinen Standort ausbaut, dann setzt der Bürgermeister gern einen orangefarbenen Bauhelm auf und wuchtet – trotz schweißtreibender Sonne – schwungvoll den Spaten in die staubige Erde. "Wir freuen uns über diese Wertschätzung des Standortes Jüchen", sagte Zillikens gestern beim Spatenstich an der Neusser Straße.

60 bis 80 Menschen werden im zweiten 3M-Warenverteilzentrum, direkt vis-à-vis des ersten Hochlagers, ab Januar 2012 arbeiten, zudem 20 für 3M. "Das neue Lager bietet noch Puffer", betont Dietmar Lackmann, in der 3M-Geschäftsleitung zuständig für Logistik und Unternehmensqualität.

Das Technologie-Unternehmen 3M (Abkürzung für "Minnesota Mining and Manufacturing Co.") hat vor 17 Jahren sein europäisches Warenverteilzentrum (European Distribution Center, kurz EDC) an der Neusser Straße 200 eröffnet – eine Drehscheibe, über die Produkte in die Benelux-Staaten, nach Österreich und Skandinavien oder in die Schweiz transportiert werden. Für 3M stellt es mittlerweile das wichtigste aller fünf Distributionszentren dar.

Insgesamt 25 Millionen werden – so Lackmann – investiert, "um den Service für die Kunden langfristig sicherzustellen und die Wachstumsstrategien auszubauen." 3M tritt nicht selbst als Bauherr auf, sondern das Grevenbroicher Speditionsunternehmen Kleine. Friedhelm Kleine, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Kleine-Gruppe, verdeutlichte gestern die Dimensionen: "Auf einem 82 000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht eine 40 000 Quadratmeter große Halle." Diese besteht aus vier Modulen, die Platz für 85 000 Paletten bieten. 3M wird zunächst drei Module auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern nutzen – Erweiterung möglich.

Das markanteste Teil der Architektur wird dabei eine 150 Meter lange Brücke darstellen: Sie soll über die Bundesstraße 59 für eine "Lkw-lose Förderverbindung" zwischen den beiden Lagern sorgen. Das könnte temporär auch die Jüchener und den Verkehrsfluss betreffen: "Wenn große Bauteile für die Brücke geliefert werden, könnte eine zeitweise Sperrung der Straße notwendig sein – sofern die Teile nicht nachts ankommen", erläutert Kleine.

Sperrung für große Brückenteile

Gestern begann der Countdown für das 25-Millionen-Projekt. Das Ziel steht fest: Gegen Jahresende solle das neue Lager fertiggestellt sein und: "Wir wollen am 1. Januar 2012 hier arbeiten", sagt Dietmar Lackmann, "ein sportliches Ziel, aber zu schaffen."

(NGZ/rl)