Jüchen : Spardiktat für die Dreifachhalle

Am 19. Juni wird das Richtfest für die Dreifachhalle gefeiert. Doch das Millionen-Projekt steht unter großem Kostendruck. Bei allen Aufträgen, die noch nicht vergeben sind, muss gespart werden.

Die neue Dreifachhalle wird teurer als geplant. "Bisher ist der Kostenrahmen um 150 000 Euro überschritten", sagt der Technische Beigeordnete Oswald Duda gegenüber unserer Zeitung. Jetzt müsse bei der Vergabe der nächsten Gewerke, die Mitte Juni ansteht, mit spitzem Stift gerechnet werden. Aber: "Wir sind optimistisch, dass wir deutliche Einsparungen erzielen können." Ein Beispiel: Die Außenanlagen (Kostenpunkt 200 000 Euro) werden von der Gemeinde selbst geplant und teilweise ausgeführt. Duda hofft auf eine "Ersparnis im fünfstelligen Bereich".

Nur einige Monate nach dem Start des 3,5-Millionen-Euro-Projektes war klar, dass die Ausgaben steigen werden. Bei der Vorstellung der Baupläne im Sportausschuss hatten die ausführenden Architekten auch von "sportlichen Vorgaben" gesprochen — und schon bei dieser ersten Präsentation hatten sie Einsparpotenziale aufgezeigt.

Warum der Kostenrahmen keinesfalls gesprengt werden darf: Jüchen steht unter Finanzaufsicht von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Und Petrauschke hatte exakt 3,5 Millione Euro für die Halle genehmigt — und keinen Cent mehr. Eine Möglichkeit hat die Gemeinde in der Investitionsdringlichkeitsliste, wie der Bürgermeister auf Anfrage der SPD erklärt: "Die Kommunalaufsicht genehmigt mit der Fortschreibung des Haushaltssicherungskonzepts (HSK) 2010 auch die Investitionsdringlichkeitsliste und den damit einhergehenden Kreditrahmen. So lange dieser nicht überschritten ist, kann die Gemeinde eigene Prioritäten setzen."

Alle bisherigen Gewerke seien laut Oswald Duda im veranschlagten Rahmen geblieben. Ausnahme: der Rohbau, der rund 100 000 Euro teurer wurde. Die Konsequenz: Alle weiteren Arbeiten mussten auf den Prüftstand; auch Materialien wurden neu ausgewählt. Am 19. Juni wird es nochmal spannend: Dann beschäftigt sich der Bauausschuss mit den Aufträgen für ausstehende Arbeiten wie Wärmedämmung, Fassade, Sportgeräte oder Innenausbau.

Wie groß der Kostendruck ist, zeigt die Überprüfung von kleinen vierstelligen Beträgen. "Wir werden nochmals gemeinsam mit den Sportvereinen einen Ortstermin vereinbaren und die vorhandenen Geräte überprüfen. Vielleicht können wir doch noch das eine oder andere mit in die neue Halle nehmen", so Oswald Duda.

Gewerke im Auftragswert von insgesamt 600 000 Euro müssen noch für den Neubau vergeben werden — auf Empfehlung der RKW-Architekten so spät wie möglich, um günstigere Ergebnisse zu erzielen. Dazu gehören etwa Maler- und Fliesenarbeiten, Bodenbeläge, Beschilderung, Schlösser und die Endreinigung.

(NGZ)