Leichtathletik : Sommernachtslauf animiert zum Mitmachen

Für die 36. Auflage am Samstag liegen bis jetzt knapp 3000 Meldungen vor. Im Vorjahr erreichten genau 3429 Läufer das Ziel.

Drei Dinge sind es, an denen Marc Hillen, der sich mit seiner Agentur h1 seit 2009 im Auftrag der Turngemeinde Neuss um Vermarktung und Organisation kümmert, den Erfolg der 36. Auflage des Sommernachtslaufs misst: „Rund 3000 Teilnehmer, gutes Laufwetter und viele Schulen, die mitmachen.“

Nun. Gestern Abend, 24 Uhr, war Meldeschluss – und schon am Nachmittag konnte der mit dem umfangreichen Zahlenwerk befasste Geschäftsführer Klaus Ehren Vollzug melden. „Wir haben bislang 2900 Voranmelder“, fasste er zusammen. Ein Zwischenergebnis, das ihn auf jeden Fall zufriedenstellt, hält es doch den Vergleich mit dem Vorjahr locker aus: Für die 35. Auflage hatten bis zur Deadline genau 3605 Meldungen vorgelegen, das Ziel auf dem Hamtorplatz erreichten schließlich 3429 Läufer und Läuferinnen. „Das sieht also gut aus“, sagt Ehren, weiß er doch aus langjähriger Erfahrung, dass sich in dieser Beziehung bis Samstag zum ersten Start um 16 Uhr noch einiges tun wird. „Viele warten den Mittwoch ab, weil dann abzusehen ist, wie das Wetter wird.“ Den bangen Blick zum Himmel hat er sich allerdings längst abgewöhnt. Mit Blick auf den Super-GAU vor vier Jahren, als die Nachwirkungen des Jahrhundertsturms „Ela“ der 32. Auflage den Garaus gemacht hatten, stellt er nur lapidar fest: „Ein Unwetter ist für Samstag nicht angesagt – und der Rest interessiert mich nicht mehr. Die Voraussagen ändern sich bis dahin sowieso ständig.“ Aktuell soll es bei 27 Grad und leichter Bewölkung trocken blieben (Regenwahrscheinlichkeit bei 20 Prozent). Es könnte schlechter sein.

Und damit weiter zum letzten Punkt des Anforderungskatalogs: Weil das von der TG Neuss seit einigen Jahren verfolgte Konzept, den 1983 zum ersten Mal aufgelegten Sommernachtslauf in erster Linie als Breitensportereignis im Veranstaltungskalender der Stadt zu verankern, was das Comeback des „Laufs der Asse“ (wenn überhaupt) in weite Ferne rückt, ist dem Organisationsteam um Marc Hillen ganz stark am aktiven Einsatz der Schulen gelegen.1000 Erst- bis Viertklässler stehen aktuell in den Startlöchern, im vergangenen Jahr waren es am Ende 1200. Sorgenkind ist der neu ins Programm genommene Lauf der Schüler und Schülerinnen über 2000 Meter in den Altersklassen U12, U14 und U16 (Start 18.40 Uhr), für den sich bis gestern lediglich neun (!) Nachwuchs-Leichtathleten interessierten. Ehren: „Das war eine Auflage des Verbandes – und obwohl der Lauf ganz offensichtlich nicht angenommen wird, sagen wir ihn nicht ab.“ Zum Vergleich: Ans gleiche Klientel richtet sich der etablierte Lauf über 1000 Meter (18.20 Uhr), den mehr als 170 Talente in Angriff nehmen möchten. Auch die Jedermann-Läufe könnten durchaus noch etwas Masse vertragen: Für die beiden Rennen über fünf Kilometer (Läufer, die Zeiten von unter 25 Minuten schaffen, starten um 19 Uhr, alle anderen Hobby-Sportler um 19.30 Uhr) gibt es zusammen rund 550 Voranmeldungen (2017: 714 Finisher), die Zehn-Kilometer-Distanz trauen sich knapp 300 Läufer und Läuferinnen zu (2017: 392). Ehren ist jedoch fest davon überzeugt, „dass da bis zum Tag der Veranstaltung noch 300 bis 400 Nachmelder dazukommen.“ Auf den Staffelwettbewerb (22 Uhr), der sich inzwischen zum spektakulären Abschluss des sechsstündigen Laufspektakels gemausert hat, bereiten sich noch bis Samstag sicher wieder mehr als 40 Mannschaften vor.

Die Strecke, davon hat sich Ehren inzwischen höchstpersönlich überzeugt, wird am Samstag in einem sehr guten Zustand sein. „Auch die kleine Baustelle auf der Erftstraße kommt weg.“

Info Um Irritationen zu vermeiden, weist die TG als Veranstalter darauf hin, dass – auch im Hand-in-Hand-Lauf (früher Inklusionslauf) über fünf Kilometer (Start um 19.30 Uhr) – sperrige Gefährte, wie etwa Kinderwagen, Handbikes oder Rollstühle, wegen der hohen Unfallgefahr auf der engen und kurvenreichen Strecke nicht zugelassen sind.