Galopp : Sohn will Vater zum Titel verhelfen

Der Zweikampf um das Trainerchampionat steht im Mittelpunkt des morgigen Renntags auf der Neusser Galopprennbahn. Peter Schiergen setzt dabei auf die Reitkünste seines Sohnes Dennis. Überraschend schickt auch der Neusser Trainer Axel Kleinkorres zwei Pferde an den Start.

Für die beiden Veranstalter der Winterrennen in Deutschland, nämlich Dortmund und Neuss, kann nichts Besseres passieren als Spannung im Kampf um Championate. Noch angenehmer ist es, wenn es sich um wichtige Meisterschaften handelt und nicht um die auch vorhandenen zahlreichen Titel ohne große öffentliche Bedeutung. Wenn morgen die acht Rennen ab 14 Uhr in Neuss gestartet werden, duellieren sich der Titelverteidiger Christian von der Recke und Peter Schiergen um die sehr begehrte Meisterschaft der Trainer. Noch steht es 71:10 für von der Recke.

Ein zweiter Platz zählt am Ende wenig, nur der Champion steht in den Geschichtsbüchern. Es wird mit allen erlaubten taktischen Mitteln gekämpft und der dreifache Champion Peter Schiergen (2002, 2005 und 2006) zieht dabei einen ganz besonderen Joker. Es ist sein 15-jähriger Sohn Dennis, der bislang vier Rennen gewann. Aber er hat aufgrund seiner Unerfahrenheit und der wenigen Siege eine sogenannte Gewichtserlaubnis von drei Kilogramm. Ein Kilogramm Blei bedeutet auf einer Distanz von 2000 Metern rund eine Pferdelänge.

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Das Handicap-System beim Galopprennsport dient der Herstellung der Chancengleichheit und als Anreiz für die Wetter. Es gibt den durchaus praktikablen Satz: "Gewicht bringt Pferd und Esel zusammen..." Soll heißen: Berge von Blei oder anderer Gewichte machen ein Pferd so langsam wie einen Esel. Im Falle von Dennis Schiergen gibt es noch einen anderen nicht minder wichtigen Gesichtspunkt: Im Asterblüte-Stall seines Vaters in Köln stehen keine Pferde der unteren Leistungsklasse. Das kann mitunter bedeuten: Der 15-jährige darf nur keine groben Fehler machen, dann sind die Siegchancen groß. In Sachen Ehrgeiz ähnelt er seinem Vater extrem, der es immerhin zum Jockey-Europarekordler brachte. Peter Schiergen: "Das wäre ohne Ehrgeiz niemals gegangen." Damals ließ er keinen Renntag aus, düste auch Mittwochs von Köln auf die Passendorfer Wiesen nach Halle an der Saale, um eine eher langsame Stute namens Sophie zum Sieg zu reiten.

Bei Christian von der Recke steht die Klasse der Pferde nicht im Stall, allerdings ist er ein Routinier im Kampf um das Championat und agiert auch aus der Masse. Morgen könnte Dennis Schiergen schon mit Dozent und Prinz punkten, von der Recke hat drei Pferde am Start, für Schiergen greift zwei Mal Starjockey Andrasch Starke ins Geschehen ein. Der wollte dieses Jahr eigentlich überhaupt nicht mehr reiten. Da hatte er die Pläne wohl ohne Peter Schiergen geschmiedet.

Bemerkenswert sind zwei Starter des Neusser Trainers Axel Kleinkorres, der seit ewigen Zeiten kein Pferd mehr dort in Rennen laufen ließ, wo er trainiert. Little Doc und Most Wanted gehören allerdings Besitzern aus Neuss und Umgebung. Sie wollten ihre Pferde gern auch einmal zu Hause und nicht nur in Dortmund laufen sehen.

(NGZ)