Tennis: Sohn eines Olympiasiegers tritt beim Turnier in Kaarst an

Tennis : Sohn eines Olympiasiegers tritt beim Turnier in Kaarst an

Neunte Auflage des ITF-Tennis-Future-Turniers.

Beim dem am Sonntag mit der ersten Qualifikationsrunde beginnenden Tennis-Future-Turnier "SEGRO International" der ITF im Tespo-Sportpark Kaarst gehört Miloslav Mecir als Nummer 17 der Setzliste sicher nicht zu den Topfavoriten. Doch der 24 Jahre alte Slowake trägt einen großen Namen. Sein auf den gleichen Vornamen hörender Vater war Kapitän der slowakischen Davis-Cup-Mannschaft und holte bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul Gold im Einzel und an der Seite von Milan Srejber Bronze im Doppel.

Doch der Spross des ehemaligen Weltranglistenvierten ist nicht der Grund für die Euphorie bei Turnierdirektor Marc Raffel. Ihn freut vielmehr sein qualitätsmäßig dicht besetztes Teilnehmerfeld. "Das Beste, was wir je hatten", schwärmt er. Angeführt wird das Tableau vom Vorjahressieger Jesse Huta Galung. Der Niederländer, über viele Jahre Publikumsliebling beim Bundesligisten TC BW Neuss, wird auf der Weltrangliste zwar nur an Nummer 222 geführt, sei aber ein Mann für die Top 100, ist Raffel überzeugt. "Er ist halt ein familiärer Typ und kann in der großen weiten Welt oft nicht seine Top-Leistung abrufen."

Zu seinen härtesten Konkurrenten in Kaarst zählt neben Landsmann Matwe Middelkoop (251) und dem Kroaten Nikola Mektic (253) der in der vergangenen Saison ebenfalls für BW Neuss spielende Stefan Seifert (318).

Genauso wichtig wie die arrivierten Profis sind Raffel indes die aufstrebenden Talente. "Wir wollen mit diesem Turnier das deutsche Tennis fördern, aber vor allem den Nachwuchs." Immerhin griffen in Kaarst in der Vergangenheit als Youngster die später zu Spitzenspielern gereiften Milos Raonic (25. der ATP-Rangliste 25), Ivan Dodig (ATP 51), Phillipp Petzschner (Wimbledon-Doppelsieger), Julian Reister, Mischa Zverev und Daniel Brands zum Racket. Bei den Damen ist die an Position eins gesetzte Slowakin Zuzana Luknarova (367) erste Kandidatin für die Nachfolge von Vorjahressiegerin Dinah Pfitzenmeier. Einiges zuzutrauen ist jedoch auch Nicola Geuer (372), vor drei Jahren Zweite der Deutschen Meisterschaften, und Katharina Lehnert (426). Raffel: "Bei uns ist im Damenbereich die erste Nachwuchsreihe vor Ort."

Dass der Future-Cup auch geeignet ist, wieder Anschluss an die Weltspitze zu finden, unterstreicht die Teilnahme von Jaroslav Pospisil. Der 31 Jahre alte Tscheche, immerhin mal die Nummer 103 in der Welt, will nach einer Durststrecke noch mal angreifen. In Kaarst ist er an zwölf gesetzt.

(NGZ)