Jüchen : So wird die Gemeinschaftsschule

Sechs Jahre als Klasse lernen, bis zu 25 Schüler pro Klasse, kein Sitzenbleiben, individuelle Förderung und Aufnahme von Behinderten: einige Eckpunkte aus dem pädagogischen Konzept der geplanten Gemeinschaftsschule.

Einen Blick in die Zukunft konnten Grundschuleltern aus Otzenrath und Hochneukirch werfen: Bei der ersten Informationsveranstaltung erläutert Georg Broens, Leiter der pädagogischen Steuerungsgruppe und der Realschule, das Konzept der in Jüchen geplanten Gemeinschaftsschule.

Bürgermeister Harald Zillikens stellte die einzelnen Schritte bis zum Start der Schule vor. Ein Fragezeichen hinter der Zeitreise ist die politische Entwicklung auf Landesebene: "Wir in Jüchen können nur abwarten und weitermachen. Denn nach der Auflösung der Hauptschule gibt es für uns keine Alternative zur Gemeinschaftsschule", betonte der Verwaltungschef vor 60 Eltern und Schulvertretern in der Ganztagshauptschule.

Wer kann die Gemeinschaftsschule besuchen? "Sie ist offen für alle Kinder", sagte Georg Broens. "Wir stellen uns Klassen vor, die zu einem Drittel aus Kindern mit Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialpotenzial bestehen."

Ist die Gemeinschaftsschule für potenzielle Gymnasiasten interessant? "Die Gemeinschaftsschule wird mit dem Gymnasium kooperieren. Gemeinschaftsschüler können dort nach der zehnten Klasse ihr Abitur machen", so Borens. Der Unterschied liege in der Schulzeit: "Am Gymnasium wird das Abitur in acht Jahren angeboten, an der Gemeinschaftsschule in neun Jahren."

Wie werden die Gemeinschaftsschüler unterrichtet? Die Gemeinschaftsschule in Jüchen soll eine vierzügige Ganztagsschule werden. Maximale Klassengröße: 25 Kinder, von denen höchstens fünf behindert sein können (Umsetzung der UN-Richtlinie zur Inklusion). "Wir haben uns für Unterricht in integrativer Form entscheiden", erläutert der Gruppenleiter. Das bedeute längeres gemeinsames Lernen. Eine Klasse, die von zwei Lehrern geführt wird, bleibt von der Stufe 5 bis Stufe 10 zusammen.

Wo findet der Unterricht statt? Gestartet wird an der Ganztagshauptschule in Hochneukirch, die parallel sukzessive auslaufen wird.

Wie werden die Schüler gefördert? "Sitzenbleiben soll es an der Gemeinschaftsschule nicht geben", erläuterte Georg Broens. Stattdessen sollen die Kinder intensiv individuell gefördert werden. Bei Defiziten gebe es punktuell Hilfe in einem Lernbüro, das Lehrer betreuen. Zudem soll im Unterricht nach Leistung differenziert gefördert werden, etwa mit drei unterschiedlichen Arbeitsblättern zu einem Thema. Auch an Ziffernnoten von "1" bis "6" werde anstelle von Textnoten festgehalten.

(NGZ/rl)