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Fußball: So steigt Nievenheim nie und nimmer ab

Fußball : So steigt Nievenheim nie und nimmer ab

Beim begeisternden 4:3-Heimsieg im Nachholspiel der Fußball-Oberliga über den TV Jahn Hiesfeld präsentierte sich der VdS kalt wie eine Hundeschnauze. Der Aufsteiger konterte die sichtlich irritierten Gäste nach allen Regeln der Kunst aus.

Vor dem Match gegen den prominent besetzten TV Jahn Hiesfeld war Rudi Nicklas, Sportlicher Leiter des Fußball-Oberligisten VdS Nievenheim, noch mit Leichenbittermiene über den Platz geschlichen. "Heute geht gar nichts", unkte er mit besorgtem Blick auf die lange Verletztenliste. Die Mannschaft ließ die Ausfälle von Stephan Volk, Patrick Wesoly, Sascha Pelka, Kai Pelzer, Alexander Hauptmann und Pierre Schnock indes vollkommen kalt - mit einer an Abgebrühtheit kaum mehr zu überbietenden Leistung triumphierte der Neuling mit 4:3 (Halbzeit 2:1) und packte damit weiter Land zwischen sich und die Abstiegsplätze.

Niestroj freute an dem Coup ganz besonders, dass er das direkte Produkt harter Trainingsarbeit war. "Ich wusste, dass Hiesfeld - bei aller Klasse - Probleme hat, das Spiel selber zu machen. Wir wollten auf unsere Konterchancen warten, um dann blitzschnell zuzustoßen." Die schöne Taktik schien jedoch bereits nach drei Minuten Makulatur, als Dennis Hecht Nievenheims Keeper Kelvin Sanchez Del Villar mit einem von Mehmet Yilmaz noch leicht abgefälschten Schuss überwand. Die komplett neu sortierte Viererkette mit Mehmet Yilmaz und Tim Rohde in der Zentrale sowie Daniel Dünbier und Jimmy Mbiyavanga auf den Außenbahnen offenbarte Anlaufschwierigkeiten - und wäre Hiesfelds Goalgetter Danny Rankl in der 15. Minute nicht an Sanchez Del Villar gescheitert, hätte die Partie womöglich einen komplett anderen Verlauf genommen.

Stattdessen konterte der Neuling allzu sorglose Gäste fröhlich aus: In der 17. Minute bediente Salvatore "der Schwarze" Franciamore den durchgestarteten Kevin Buttchereit per Steilpass in die Tiefe zum Ausgleich. Und weil die Veilchen im Zentrum jede Menge Platz ließen, setzten die Hausherren in der 25. dort erneut an: Der von Swen Rommerskirchen und Kevin Buttchereit in Position gebrachte Samir Saysay schlug Keeper Sebastian Wickl mit einem listigen Schuss aus knapp 18 Metern. Glück für Nievenheim, dass die von Trainer Jörg Vollack in der Kabine lautstark angegangenen Jahn-Kicker ("Habt Ihr keinen Bock, oder was?!") in der Folge selbst beste Möglichkeiten ungenutzt ließen.

Nur Kevin Menke traf aus abseitsverdächtiger Position zum 2:2 (55.). Doch der Aufsteiger war längst auf den Geschmack gekommen. Sven Rommerskirchen, der bei seinem Coach noch kurz zuvor um seine Auswechslung ersucht hatte, narrte beim 3:2 (60.) Hiesfelds Defensive samt Wickl und krönte damit die einmal mehr bärenstarke Vorleistung Salvatore Franciamores. Da die Gäste offensichtlich nicht gewillt waren, aus ihren Fehlern zu lernen, durfte der von Daniel Dünbier eingesetzte Kevin Scholz alleine vor Wickl mit feinem Heber das schönste Tor des Tages erzielen (74.). Zunehmend hilfloseren Veilchen gelang nach dem einzigen Patzer Sanchez Del Villars durch einen Kopfball Rankls nur noch das 3:4 (76.).

(NGZ)