Jüchen : So leben wir mit der Hausnummer 13

Ob in Gierath, Garzweiler oder Wey: Überall gibt es Adressen mit der Hausnummer 13. Wie lebt man mit dieser besonderen Zahl: Macht sie abergläubisch, gleichgültig oder gar glücklich? Wir stellen drei Beispiele vor.

Eine 13 hinter der eigenen Straße — das ist nicht nur im Jahr 2013 etwas Besonderes. Denn kaum eine andere Ziffer weckt so viele widersprüchliche Emotionen wie diese. Gleichgültigkeit, ein wenig Aberglaube oder gar die Hoffnung auf das ganz, ganz große Glück: Wir stellen Jüchener vor, die jeden Tag mit der 13 verbringen.

Ein wenig abergläubisch ist Britta Wolff (l., mit Sohn Marius) mit Blick auf ihre Hasunummer 13. Roswitha Heppert freut sich dagegen über ihre Glückszahl an der Fassade. ngz-fotos (2): Lothar berns Foto: L. Berns

Britta Wolff aus Garzweiler ist eine von ihnen: Sie hat die "13" oft im Blick: Bei ihr prangt sie in mattem Silber an der Fassade des Eigenheimes — und manchmal weckt sie auch ein wenig den Aberglauben in der 41-jährigen Verwaltungsangestellten. "Wir sind vor acht Jahren wegen des Braunkohletagebau nach Neu-Garzweiler umgesiedelt", erzählt Britta Wolff. Rückblickend sei es ein Zufall gewesen, dass ihre Familie damals das Grundstück mit der Nummer 13 erhalten hätte.

"Aber ein wenig mulmig war mir schon", sagt die Mutter eines zehn-jährigen Sohnes mit einem Lächeln. Denn so, wie ein Schornsteinfeger bei einer Hochzeit ein Glücksbringer für sie darstelle, bringe die "13" Unglück — etwa am Freitag, den 13. "Manchmal wundert man sich, was an einem Tag alles passiert - und merkt dann erst, dass es Freitag der 13. war", erzählt Wolff. Im eigenen Heim wohnt aber bisher das Glück — und das soll auch 2013 für Britta, Marius und Markus Wolff so bleiben: "Das Allerwichtigste ist doch Gesundheit."

Roswitha Heppert (70) zaubert die 13 dagegen ein strahlendes Lächeln aufs Gesicht — etwa, wenn die Gieratherin die Zahl an der Fassade ihres Hauses sieht. "Die 13 — das ist meine Lieblingszahl. Sie taucht ganz oft bei mir auf", erzählt Roswitha Heppert. Keine Überraschung, dass sie es auch als echten Glücksfall betrachtet, an der Damschkestraße 13 zu leben. "Hier haben mein Mann und ich vor 45 Jahren unser eigenes Haus gebaut, hier wuchsen unsere drei Kinder auf", erzählt Roswitha Heppert. Und auch die Hausnummer habe sie selbst montiert. Vielleicht bringt die 13 ihr und ihrer Familie im Jahr 2013 noch mehr Glück?

Über die Hausnummer in seiner Adresse hat sich Heinz Schlößer (74) dagegen noch nie zuvor irgendwelche Gedanken gemacht: Ob die 13 eine Glücks- oder Unglückszahl ist? "Für mich hat sie keine besondere Bedeutung", sagt der Gierather. Unabhängig von Glück oder Pech: Für den pensionierten Schlosser, der früher bei Buckau-Wolff in Grevenbroich beschäftigt war und seit 50 Jahren an Bedburdycker Straße 13 zu Hause ist, ist diese Zahl auf jeden Fall eine Zahl mit Tradition: Bereits seine Großeltern lebten an dieser Adresse.

Ähnlich wie Heinz Schlößer denkt auch Friedel Poestges (75), Landwirt im Ruhestand aus Wey, über die Zahl 13. Gemeinsam mit seiner Frau lebt er an der Adresse "Wey 13", ist auf einem Bauernhof mit historischen Wurzeln daheim.

"Unsere Geschichte geht bis 1700 zurück", sagt er nicht ohne Stolz. Die gesamte Bandbreite der Landwirtschaft habe es früher an dieser Stelle gegeben. Doch seine vier Söhne hätten andere berufliche Entscheidungen getroffen, seit 2001 ist die Landwirtschaft auch für Friedel Poestges selbst Geschichte. Die 13 ist für ihn "eine Zahl wie jede andere auch". Doch einen Wunsch für das kommende Jahr 2013 kann man dem Senior aus Wey entlocken: "Vielleicht mal ein Lottogewinn", meint er mit einem Lächeln.

(NGZ/rl)