Elephants gingen gegen ART Düsseldorf mit 73:109 unter: Sneed & Co. zeigten die Grenzen auf

Elephants gingen gegen ART Düsseldorf mit 73:109 unter: Sneed & Co. zeigten die Grenzen auf

Der Tabellenführer machte ernst. ART Düsseldorf, die Top-Mannschaft der Basketball-Regionalliga, ließ den Elephants Grevenbroich nicht den Hauch einer Chance, fertigte die Gastgeber vor rund 650 Zuschauern deutlich mit 109:73 (60:31) ab und hat damit den Titel bereits fünf Spieltage vor Schluss so gut wie in der Tasche. Während bei den Elephants niemand auch nur Normalform erreichte, konnte bei den Gästen vor allem der 2,01 Meter große US-Center Chris Sneed (20 Punkte in der ersten Hälfte) nach Belieben schalten und walten. Da konnten sich Martin Trefzger (r.) und die Elephants noch so mühen, gegen die bärenstarken Düsseldorfer war kein Kraut gewachsen. NGZ-Foto: M. Reuter

Der Tabellenführer machte ernst. ART Düsseldorf, die Top-Mannschaft der Basketball-Regionalliga, ließ den Elephants Grevenbroich nicht den Hauch einer Chance, fertigte die Gastgeber vor rund 650 Zuschauern deutlich mit 109:73 (60:31) ab und hat damit den Titel bereits fünf Spieltage vor Schluss so gut wie in der Tasche. Während bei den Elephants niemand auch nur Normalform erreichte, konnte bei den Gästen vor allem der 2,01 Meter große US-Center Chris Sneed (20 Punkte in der ersten Hälfte) nach Belieben schalten und walten. Da konnten sich Martin Trefzger (r.) und die Elephants noch so mühen, gegen die bärenstarken Düsseldorfer war kein Kraut gewachsen. NGZ-Foto: M. Reuter

Die erste Schlappe vor heimischem Publikum nach zuvor fünf Siegen in Folge war eigentlich schon nach dem ersten Viertel, "unserem schlechtesten in dieser Saison" (Coach Raphael Wilder), besiegelt. Der ungeschlagene Spitzenreiter, in dessen Startformation mit dem Zweitliga-erprobten Dirk Diepenseifen erneut nur ein in Deutschland geborener Akteur stand, begann furios: Robert Shepherd, Mike Nilson und Diepenseifen (per Dreier) sorgten bis zur dritten Minute für eine 7:0-Führung. Wilder versuchte seine restlos verunsicherten Schäfchen (Martin Trefzger: "Wir waren viel zu nervös.") in einer frühen Auszeit neu zu ordnen.

Vergeblich. ART ließ nicht locker, zog sogar auf 14:0 (3.) davon. Bis zur fünften Minute (4:16) hatten Meik Bassen und Trefzger immerhin je zwei Mal von der Freiwurflinie getroffen - der erste Feldkorb zum 6:18 gelang Whitney Harris erst in der sechsten Minuten. Wilder zog in der Verteidigung alle Register. "Ich hab's mit einer Zone versucht, mit der Presse und mit der Manndeckung, aber egal was ich auch versuchte, sie hatten auf alles eine Antwort. Sie haben herausragend verteidigt und hochprozentig getroffen." Nicht zu stoppen war in erster Linie Chris Sneed.

Der 111-Kilo-Mann, der nach seiner Hochzeit mit einer Deutschen im Sommer die deutsche Staatsbürgerschaft annimmt und dann wohl in der Ersten Bundesliga unterkommen dürfte, war der Herr unter den Körben, sicherte sich nahezu jeden Rebound und markierte bis zum Seitenwechsel 20 Punkte. Unterstützung fand er im ersten Abschnitt in der Offensive bei Nilson (12) und Diepenseifen (11). Die Elephants staunten und waren schon beim Gang in die Kabinen geschlagen.

Wilder wusste, gegen einen Kontrahenten von dieser Güteklasse war ein 29-Punkte-Rückstand binnen 20 Minuten nie und nimmer wettzumachen. "Deshalb habe ich zur Mannschaft in der Pause gesagt: Wir können nicht mehr gewinnen. Wenn ihr wieder 'raus geht, haben wir ein neues Spiel, guckt mal, was noch möglich ist. Das sind wir den Zuschauern schuldig." Apropos Publikum: Offenbar besänftigt durch die vor dem ersten Sprungball unters Volk gebrachte Kamelle, blieben die "Ele(f)ans" erstaunlich ruhig. Selbst als der Rückstand zwischenzeitlich auf satte 44 Zähler anwuchs (47:91/32.), kamen keine Pfiffe, nur die verhaltene Aufforderung: "Wir woll'n euch kämpfen sehen!"

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Schließlich hatte ART-Coach Dirk Altenbeck ein Einsehen, beorderte im Schluss-Viertel seine zweite Garde aufs Spielfeld. Doch auch die kann sich sehen lassen: Brent Wilson (SER Rhöndorf) spielte ebenso wie Stefan Bernsen (Teamwork Paderborn) schon in der Zweiten Liga, Malik Rudigkeit trug einst sogar das Trikot der bundesdeutschen Nationalmannschaft. Beneidenswert. "Die sollen angeblich einen Saisonetat von mindestens 150.000 Euro haben", hat Wilder erfahren. Finanzielle Dimension, die den Elephants (zumindest) in näherer Zukunft verschlossen bleiben dürften.

Ohnehin hat der Verein zurzeit andere Sorgen. Nach Laszlo Lang, Thomas Wiedenhöfer und Gerald Burbach hat sich nämlich ein weiterer verdienter Funktionär zurückgezogen. Helmut Finken, Gründungsmitglied und seit Jahren als kompetenter Hallensprecher im Einsatz, steht in dieser Funktion nur noch der zweiten Mannschaft (dort ist sein Sohn Jan Spielertrainer) zur Verfügung. Seinen Posten übernimmt erst einmal bis zum Saisonende Michael Wild, Mitglied des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit.

Weitere personelle Veränderungen werden folgen, kündigte Vorsitzender Dr. Friedrich W. Korsten an. Der sieht nach "schweren Wochen" allmählich wieder Land, will die "Chance zur Erneuerung" ergreifen. "Denn es geht nicht darum, irgendwelche Sentimentalitäten zu befriedigen, sondern wir wollen gewährleisten, dass im Verein vernünftige Jugendarbeit betrieben wird", stellte der zweite Geschäftsführer Reiner Krempf klar. Die liegt auch Korsten besonders am Herzen. Darum, verriet er, werde man wohl noch in dieser Woche einen Nachfolger für Laszlo Lang präsentieren. Für den Nachwuchs sei gesorgt. "Jede Mannschaft wird ausreichend betreut."

Die deutliche Niederlage der Regionalliga-Truppe hakte Korsten recht schnell ab, lobte statt dessen ihre vorbildliche Einstellung. "Klasse, wie die sich gefunden hat, denn man hat es ihr wirklich nicht leicht gemacht." Harris (25), Bassen (14), Davis (12), Trefzger, Sergej Dornhof (beide 7), Gierth, Klesper, Ziehmann, Ladewig (alle 2) und Anton Dornhof dürften es mit Freude vernommen haben.

(NGZ)
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