Skaterhockey-Spieler Jan Wrede wird NGZ-Sportler des Monats

NGZ-Sportler des Jahres: Aus Zufall wurde ein Erfolgsmodell

Ein Freund nahm Jan Wrede mit zum Skaterhockey-Training bei den Crash Eagles – jetzt ist der 17-Jährige schon ein Leistungsträger.

Genau acht Siege erspielten sich die Crash Eagles am 16. und 17. Dezember, bevor fest stand, dass die Herrenmannschaft und die U19 ihre Deutschen Meistertitel erfolgreich verteidigen konnten. In beiden Mannschaften dabei und bei den Siegen auf dem Platz: Jan Wrede, NGZ-Sportler des Monats Dezember. „Normalerweise wird man immer als Team ausgezeichnet, da ist so eine individuelle Ehrung schon was besonderes“, freut sich der Adler.

Noch mehr hat er sich allerdings über die beiden Titel gefreut – „ein bisschen mehr aber über den Sieg mit der Herrenmannschaft“, gibt er zu. Der Grund dafür: „Da war die Challenge einfach größer, bei den Junioren haben wir eigentlich mit der Meisterschaft gerechnet.“ Und das nicht zu unrecht, denn die U19 holte bereits den sechsten Titel in Folge und ließ beim Turnier in Hilden auch keine Zweifel zu, wer denn der Favorit sei. Dem Vorrundensieg am Samstag folgten am Tag darauf drei souveräne Siege gegen die Konkurrenz. Nach dem 8:3 durfte dann endlich gefeiert werden. „Das war ein sehr einseitiges Spiel, mit dem 3:0 von mir war die Sache schon fast durch“, erinnert sich Wrede, der eigentlich in der Abwehr spielt.

Groß gefeiert wurde der Sieg dann auch gar nicht: „Wir waren so kaputt von dem Wochenende und wollten eigentlich nur noch nach Hause“, sagt der 17-Jährige. Denn nach dem Vorrundensieg kam der anstrengednste Part des Wochenendes: das Entscheidungsspiel um die Deutsche Meisterschaft bei den Herren in Köln. „Köln hatte den Heimvorteil, wir wollten unbedingt den Titel aus dem Vorjahr verteidigen, aber haben nicht unbedingt damit gerechnet“, erzählt Wrede. Nach einem 1:4 im ersten Drittel sah es auch nicht allzu gut für die Eagles aus, aber im zweiten Drittel kämpften sie sich wieder ran, Jan Wrede lieferte schließlich die Vorlage für die 5:4 Führung. „Nachdem wir die Führung übernommen hatten, war uns der Sieg eigentlich nicht mehr zu nehmen“, erinnert er sich. So kam es dann auch, mit 9:6 holten die Kaarster sich den Sieg – „wir konnten den nur leider nicht so lange und ausgelassen wie die anderen feiern, weil wir im Hinterkopf ja noch das Turnier der Junioren hatten“, sagt Wrede. „Aber das haben wir dann einfach auf die nächste Woche verschoben und auch im Training mehr gequatscht als trainiert.“

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Training steht für den Schüler aus Meerbusch zweimal pro Woche an, dann aber richtig: Ab diesem Jahr steht er zunächst als Trainer in der Halle, trainiert dann erst mit der Juniorenmannschaft und dann mit den Herren. Das sei aber kein Problem neben der Schule, das war bis 2018 noch schwieriger. Denn ursprünglich hat Jan Wrede mit Eishockey begonnen und fast täglich bei der DEG trainiert. „Das war dann in der Oberstufe zu viel Aufwand und hat irgendwie nicht mehr so viel Sinn für mich ergeben, deswegen hab ich dann aufgehört“, erzählt er. Zu den Crash Eagles kam er 2009 eher durch Zufall, ist dann aber hängen geblieben. „Ich sollte bei einem Freund übernachten und der hatte Training, ich konnte mich entscheiden zwischen zugucken und mitmachen“, erinnert er sich. „Also hab ich meine Inliner eingepackt und es hat echt Spaß gemacht, ein Jahr später war ich dann fest im Spielbetrieb dabei.“ Der Freund ist zwar nicht mehr bei den Eagles aktiv, in Lennart Otten spielt aber Jans bester Kumpel mit ihm in einem Team – bei den Junioren wie bei den Herren.

Dafür, dass er zufällig vom Eishockey zum Skaterhockey gekommen ist, hat Jan Wrede schon so ziemlich alles gewonnen, was man gewinnen kann. Neben den beiden Deutschen Meisterschaften haben die Junioren auch den Euroapokal gewonnen – „in der eigenen Halle, das war ein super Erlebnis“, sagt Wrede. Auch in der Junioren-Nationalmannschaft war er dabei und holte mit ihr den EM-Sieg. Das Spiel, das ihm am meisten in Erinnerung geblieben ist aus der Saison ist allerdings ein Auswärtsspiel in Essen: „Essen ist zu Hause richtig stark, wir lagen zweimal mit drei Toren zurück und haben das Spiel gedreht – da haben wir Junioren richtig gut gespielt und viel zu beigetragen, das war glaub ich das emotionalste Spiel“, so der Jung-Adler.

In diesem Jahr soll es genauso erfolgreich weitergehen: „Mit den Junioren haben wir ja 2018 eigentlich alle möglichen Titel gewonnen, die wollen wir auf jeden Fall verteidigen“, sagt Wrede. „Mit den Herren hat es für den Pokalsieg und den Europapokal nicht gereicht, das peilen wir dieses Jahr an.“

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