Skaterhockey: Spiel 1 um DM-Titel zwischen Crash Eagles Kaarst und Köln

Skaterhockey : Finale um DM-Titel: Eagles gegen Rheinos

Am Sonntag beginnt für den Vorjahressieger aus Kaarst in Köln die Endspiel-Serie um die Deutsche Meisterschaft im Skaterhockey.

Jawoll! Das ist mal ein amtliches Finale um die nationale Krone im Skaterhockey: In der ersten von maximal drei Partien trifft am Sonntag (17 Uhr) der fünfmalige Deutsche Meister HC Köln-West Rheinos auf den Titelverteidiger Crash Eagles Kaarst, der zum dritten Mal in Folge in der Endspiel-Serie steht und in dessen Trophäenschrank bereits die Meisterwimpel von 1997 und 1998 hängen. Und weil mit einer Prise Humor auch im Sport vieles besser geht, vermelden die Gastgeber auf ihrer Facebookseite launig: „Finale 1 ist AUSVERKAUFT!“  Kunststück, fasst die Turnhalle an der Heinrich-Rohlmann-Straße auf der Großsportanlage Bocklemünd doch (offiziell) nur 199 Zuschauer.

Damit hört der Spaß jedoch auf, denn es bedarf keiner allzu großen prophetischen Fähigkeiten, um eine dramatische Serie vorauszusagen. Zwar gewannen die Adler in der Punktspielrunde beide Partien, doch das jeweils erst im Penaltyschießen. Darum fällt es selbst einem ausgewiesenen Experten wie dem bei den Eagles als Vorsitzender und Trainer der ersten Mannschaft tätigen Georg Otten schwer, einen Favoriten zu benennen. Sein Tipp: „Das Finale 2018 verspricht ordentlich Spannung.“ Für die Kölner spricht allerdings, dass sie als Vizemeister der Hauptrunde – mit zwei Punkten Vorsprung auf Kaarst – Heimrecht im dann entscheidenden dritten Match hätten. Viel wichtiger findet Otten dies: „Die Rheinos haben in dieser Saison einige junge Akteure in ihren Kader aufgenommen, zehren jedoch immer noch von ihren altgedienten Topspielern.“ Besonders deutlich wurde das im letzten Spiel des Play-off-Halbfinales gegen die Duisburg Ducks: Beim 9:4-Erfolg vor heimischem Publikum gingen sechs Treffer auf das Konto von Robin Weisheit, David Weisheit und Verteidiger Kai Eßer (je 2), der am Wochenende mit den Kaarstern Thimo Dietrich, Felix Wuschech und Richard Steffen Platz zwei bei der Europameisterschaft belegt hatte. Das Turnier im schweizerischen Rossemaison bestätigte Otten auch in einem weiteren Punkt: „Strafzeiten sind kein probates Mittel, um Topleute auszuschalten. Das hat die deutsche Mannschaft vor allem im verlorenen Finale gegen die Schweiz schmerzlich erfahren müssen. Unsere Eurofighter waren lange Zeit das bessere Team, bis sie eine Strafzeitenflut aus der Bahn warf. Und auch in der Bundesliga sind alle Mannschaften stark im Ausnutzen von Überzahlsituationen.“ Daraus entwickelt er seine Hauptforderung: „Für uns gilt Disziplin als erste Bürgerpflicht, wollen wir den Rheinos ein Bein stellen.“

Zu verkraften haben die Gäste freilich ihr personelles Handikap: Moritz Otten ist noch für eine weitere Partie gesperrt, Kapitän Dominik Boschewski verletzt – Hinterlassenschaften der knüppelharten Halbfinalserie gegen die Rockets Essen. Außerdem sind die längst unverzichtbaren Junioren am Wochenende doppelt gefordert: Die U19-Europameister Tim-Niklas Wolff, Jan Wrede und Lennart Otten spielen in Oberhausen um Rang eins in Nordrhein-Westfalen. Sogar schon einen Schritt weiter sind die Schüler der Adler. Die Schützlinge der Trainer Christian Pedaring und Jochen Nowak könnten im EMKA-Sportzentrum in Velbert Deutscher Meister werden. Los geht es für Crash Eagles am Samstag (9.40 Uhr)  mit der Partie gegen die Badgers Spaichingen aus dem Landkreis Tuttlingen. Dritter Kontrahent in der Vorrunden-Gruppe B ist Deggendorf Pflanz aus Bayern. Das Finale ist für Sonntag, 16.40 Uhr, angesetzt.