Skaterhockey: Quintett der Crash Eagles Kaarst führt Deutschland zum EM-Titel

Skaterhockey : Kaarster Quintett führt Deutschland zum Titel

Fünf Spieler der Crash Eagles werden mit der Skaterhockey-Nationalmannschaft im schweizerischen Lugano Junioren-Europameister.   

Besser geht’s nicht. Mit einem 14:1-Kantersieg im Finale über die gastgebende Schweiz holten sich die deutschen Skaterhockey-Junioren im mondänen Lugano die europäische Krone. Mittendrin statt nur dabei Lennart Otten, Tim-Niklas Wolf, Jan Wrede, Fabian Schott und Patrick Petau von den Crash Eagles Kaarst.

Dabei hatte das Turnier im etwas außerhalb der Seestadt gelegenen „Palamondo Cadempino“ für den Titelverteidiger mit einem kräftigen Dämpfer begonnen. Nach dem lockeren 22:1-Sieg über Österreich setzte es gegen das Team der Gastgeber eine 4:6-Niederlage. „Aber vielleicht war diese kalte Dusche der Weckruf für die Jungs“, vermutete Eagles-Vorsitzender Georg Otten, der im heimischen Kaarst am Livestream die Daumen drückte. Im letzten Match der Vorrunde fertigten die Schützlinge von Trainer Jens Meinhardt England mit 25:4 ab. Das bescherte ihnen im Halbfinale ein erneutes Lust-Date mit Österreich. „Nichts für Feinschmecker“, urteilte Otten trotz des 13:0-Erfolges, „denn der Gegner war ausschließlich darauf bedacht, nicht schon wieder so böse unter die Räder zu kommen. Das Ergebnis zeigt jedoch, dass diese Strategie nicht aufging.“

Im Finale wartete die Schweiz – ein Klassiker vor rund 500 erwartungsfrohen „Tifosi“. Deutschland begann jedoch konzentriert, ging durch Tim Strasser, der in Bissendorf ebenso zum Erstliga-Stammkader gehört wie der Oberhausener Raphael Nachtwey bei den Duisburg Ducks, Niklas Kleindienst beim Crefelder SC und das Kaarster Quintett bei den Crash Eagles, schon nach neun Sekunden in Führung. Kleindienst erhöhte auf 2:0, ehe die Schweizer verkürzen konnten. Aus der Bahn warf dieser Treffer das Team Germany jedoch nicht. Wolff, der es am Ende auch ins All-Star-Team der EM schaffte, veredelte die von Otten und Wrede angeschobene Spielkunst aus Kaarst mit dem 3:1, Wrede schob das 4:1 nach und in Überzahl netzte Nachtwey zum 5:1 ein. Als Vorbereitet brillierte Otten, der bei seinem Tor zum 6:1 von einem Assist Nachtweys profitierte. Spätestens jetzt waren die mental sichtlich angefassten Schweizer geschlagen, vermochten das deutsche Team, mit Caroline Schmieta im Kasten, auf dem Weg zum dritten EM-Titel in Folge nicht mehr zu gefährden. Georg Otten sah indes noch Verbesserungspotenzial – nicht so sehr bei den Aktiven, sondern beim internationalen Verband. „Die Organisation mit Livestream und allem Drum und Dran war optimal, die reine Skaterhockey-Halle ein Traum. Aber eine Europameisterschaft sollte von mehr als vier Nationen besucht werden.“ Auch in Kroatien, Dänemark, Polen, der Ukraine und den Niederlanden werde schließlich ganz passabel Skaterhockey gespielt, findet er. „Diese Länder nehmen aber nicht an der EM teil, weil ihnen der Leistungsunterschied zu groß ist.“ Denkbar sei auch ein Termin im Sommer, „dann ist im Eishockey Pause. Das wäre dann für die Dänen interessant.“