Skaterhockey: Crash Eagles Kaarst starten mit Heimspiel in die Saison.

Skaterhockey : „Keine Experimente“

Mit neuem Trainergespann, aber fast unverändertem Kader will Skaterhockey-Bundesligist Crash Eagles Kaarst den Titel verteidigen.

Wer dreimal in Folge in der Finalserie um den Deutschen Meistertitel steht und dabei zweimal hintereinander den Titel holt, muss eine ganze Menge richtig gemacht haben. Und darum gilt für die Crash Eagles Kaarst bei der Mission Titelverteidigung der Slogan, mit dem die CDU 1957 in den Bundestagswahlkampf zog und mit 50,2 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit errang: „Keine Experimente“.

In Ivo Puhle (Ausbildung zum Polizisten), den sein alter Trainer Georg Otten recht gerne behalten hätte, „ein sehr guter Spieler und ein feiner Kerl“, hat nur ein Akteur das Erfolgsteam verlassen, Johannes Matzken (Düsseldorf Rams), dessen Bruder Jakob Matzken ebenfalls das Adler-Trikot trägt, ist (bislang) der einzige Zugang. Ob Olympia-Held Marcel Noebels (Eisbären Berlin) die Sommerpause der DEL nutzt, um für die Eagles für einige Wochen wieder auf Torejagd zu gehen, ist noch offen. Enger Kontakt zu dem Eishockey-Profi aus Tönisvorst besteht nach wie vor. An der Bande stehen zwar neue Gesichter, doch die Nachfolger von Georg Otten, der sich wieder hauptsächlich auf seinen Job als Vereinsvorsitzender konzentriert, bringen den nötigen Stallgeruch mit: Markus Petau führte vor Weihnachten die Kaarster Junioren zum sechsten Meistertitel in Serie, Ex-Nationalspieler Bastian Dietrich war für die Eagles eine gefühlte Ewigkeit in der Bundesliga im Einsatz.

Ihre Zielvorgabe ist klar: „Es soll erneut Richtung Play-offs gehen“, sagt Otten, gibt dabei zwar keine bestimmte Platzierung an, „aber einer der ersten vier Ränge sollte es schon sein, schließlich wissen wir um die Bedeutung des Heimrechts. In der vergangenen Saison landeten wir nach der Vorrunde auf Platz drei, profitierten dann aber vom Ausscheiden des Vorrunden-Ersten Crefelder SC und hatten somit im Halbfinale gegen Essen zwei Heimspiele.“

Die Konkurrenz im Kampf um die DM-Krone ist ebenso erlesen wie vertraut: Der frühere Abonnementmeister und Pokalsieger SHC Rockets Essen hat sich mal wieder ordentlich verstärkt, weit vorne erwartet Otten auch Vizemeister HC Köln-West Rheinos und die Skating Bears aus Krefeld. Und er erweitert den Kreis der Titelanwärter sogar noch: „Es hatte sich ja schon in der vergangenen Saison angedeutet, dass die Liga noch enger zusammengerückt ist. Jetzt schielen auch die Samurai Iserlohn mit ihrem verjüngten Team, die Highlander Lüdenscheid und in den Duisburg Ducks die Überraschung der abgelaufenen Play-offs auf die Top 4.“

Zum Saisonauftakt stellen sich am Samstag (16 Uhr) die Bissendorfer Panther in der Stadtparkhalle vor. Ein Kontrahent, der ganz ähnlich wie die Kaarster tickt: Auch die Niedersachsen aus der Hockey-Hochburg Wedemark setzen voll auf den selbst ausgebildeten Nachwuchs. Die Jugend ist Deutscher Meister, Junioren und Schüler belegen im deutschlandweiten Ranking jeweils Rang zwei. Passend dazu hatten die Panthers, die 2018 im Play-off-Viertelfinale an Essen gescheitert waren, den von Bord gegangenen Eishockey-Trainer Lenny Soccio (Hannover Indians) bereits vor der abgelaufenen Saison durch die „Eigengewächse“ Tim Lücker und Darian Abstoß ersetzt. Seine Premieren-Saison schloss das neue Trainerduo auf Rang fünf ab – und genau in diesen Regionen sieht Lücker auch die aktuelle Mannschaft. In einem Kurzinterview mit der  Nordhannoverschen Zeitung sagt er: „Platz zwei bis sechs sind in der regulären Saison realistisch.“ Ganz nach oben setzt er Kaarst und Essen, „alle anderen sind für uns zu packen.“

Verzichten müssen die Eagles am Samstag auf Kapitän Dominik Boschewski, der aber wieder mit der Mannschaft trainiert, angeschlagen ist Verteidiger Jan Wrede.