Skaterhockey Corona-Krise trifft Eagles auch finanziell

Kaarst · Den Deutschen Vizemeister aus Kaarst macht selbst eine Skaterhockey-Saison auf Sparflamme froh. „Das ist das Beste, was in der Corona-Krise möglich ist“, erklärt Georg Otten, Vorsitzender und Trainer des Deutschen Vizemeisters Crash Eagles Kaarst.

Nun also doch. Nach Monaten des frustrierenden Wartens soll Ende September der Skaterhockey-Spielbetrieb starten. Zwar nur auf Sparflamme – an den ISHD-Masters nehmen in zwei Gruppen lediglich acht Erst- und Zweitligisten teil –, „aber das ist das Beste, was in der Corona-Krise möglich ist“, fügt sich Georg Otten, Vorsitzender und Trainer des Deutschen Vizemeisters Crash Eagles Kaarst, ins Unvermeidliche.

Gut ist der Restart gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen sieht Otten den mentalen Effekt: „Die Jungs trainieren seit Mitte Mai, ohne zu wissen wofür. Dass sie jetzt wieder in den Wettkampfmodus schalten können, ist vor allem für die Seele wichtig.“ Zum anderen gibt es da selbst im in Deutschland als reinen Amateursport betriebenen Skaterhockey auch noch den finanziellen Aspekt. Otten: „Da wir durchgehend trainieren, erhalten die Übungsleiter ihre wohlverdienten Aufwandsentschädigungen, dazu mussten Startgebühren, Versicherungen et cetera bezahlt werden. Der Ausfall der Einnahmen bei Heimspielen durch Eintrittsgelder und Catering bedeuten einen fünfstelligen Einnahmeverlust.“ Alleine die Absage der Play-offs um die Deutsche Meisterschaft, an denen die Adler in den vergangenen Jahren als Stammgast teilnahmen, schlägt mit 9000 bis 11.000 Euro ins Kontor. „Diese vier bis sechs Spiele fehlen nun, dabei sind sie das Salz in der Suppe“, sagt Otten, der sich auch um die Außendarstellung der klassischen Randsportart Skaterhockey sorgt. „Die Play-offs sind für unseren Verein extrem wichtig. Ein Sponsor freut sich natürlich mehr über 500 Zuschauer in der Halle als über 60.“ Und in den Genuss staatlicher Hilfen kommen die Kaaster nicht. „Dafür haben wir in den letzten Jahren zu gut gewirtschaftet“, erklärt Otten und fügt süffisant an: „Da hätten wir besser das Modell Schalke 04 fahren sollen ...“

Aktuell dürfen sich bei einem Heimspiel der Eagles in der Stadtparkhalle neben dem aktiven Personal nur 72 Personen registrieren. Die Teams treten anstatt mit 16 (zwölf Feldspieler plus zwei Torleute und zwei Spieler in Reserve) lediglich mit zwölf Akteuren (entweder zehn Feldspieler plus zwei Goalies oder elf Feldspieler und ein Torhüter) an. Otten hofft, dass sich daran in naher Zukunft noch etwas ändert. „Denn für die steigenden Infektionszahlen ist ja nicht der Sport verantwortlich. Unter uns Sportlern herrscht eine hohe Disziplin.“

Parallel zum Senioren- ist auch der Jugendbereich in den Spielbetrieb zurückgekehrt, wenngleich alle Meisterschaften auf nationaler Ebene abgesagt sind. Entgegen seiner großen Befürchtung, „dass wir als Verein gerade im Nachwuchs unter den Folgen der Pandemie leiden“, könne die Jugendabteilung sogar ein leichtes Plus vermelden. „Wir haben da im Moment 20 Mitglieder mehr als am 1. Januar. Die Kinder wollen einfach wieder Sport machen.“

Daraus speist sich auch die vorsichtige Zuversicht des Vorsitzenden: „Das war bislang kein schönes Jahr, aber wir machen das Beste draus. Vielleicht bekommen wir ja im ISHD-Masters am ersten Dezember-Wochenende in Kaarst ein Finale mit Zuschauern zu sehen. Und ab März 2021 erleben wir wieder eine ganz normale Saison.“    

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