Skaterhockey : Crash Eagles sind Favoritenrolle los

Mit einem Heimspiel gegen die Highlander Lüdenscheid startet der Deutsche Meister aus Kaarst am Samstag um 18.15 Uhr in die Play-off-Runde der Skaterhockey-Bundesliga.

Im Skaterhockey ist es wie im richtigen Leben: Alles hat seine Vor- und Nachteile. Für die am Samstag mit einem Heimspiel gegen die Highlander Lüdenscheid (18.15 Uhr, Stadtparkhalle) startende Play-off-Runde um den Deutschen Meistertitel gilt das aus Sicht der Crash Eagles Kaarst gleich in mehrfacher Hinsicht.

Denn der Titelverteidiger startet diesmal nicht aus der Top-Position, sondern „nur“ als Tabellendritter ins Viertelfinale. Das beschert den Eagles deshalb den Tabellensechsten aus Lüdenscheid als Gegner. Einerseits ein gutes Omen, denn gegen den gleichen Gegner begann vor Jahresfrist ihr Durchmarsch bis zum Meistertitel. Allerdings nicht ohne Schwierigkeiten, denn einem 10:6-Sieg folgte eine 7:9-Niederlage, was ein drittes Spiel nötig machte. In dem setzte sich Kaarst mit 9:3 durch.

Georg Otten, Trainer des Bundesliga-Teams und Vorsitzender des Gesamtvereins in Personalunion, sagt dazu: „Kann sein, dass es wieder ein drittes Spiel gibt.“ Denn die Highlander zählen zu den heimstarken Mannschaften, was im Skaterhockey oft mit der Beschaffenheit der Spielstätte zu tun hat: „Alle Hallen sind unterschiedlich, deshalb ist es bei einigen Klubs extrem schwer, zu gewinnen,“ sagt Otten. Im Viertelfinale kann das für die Kaarster sprechen, denn ein eventuelles drittes Spiel dürfen sie in der Stadtparkhalle austragen.

Im Halbfinale nicht. Diesen Vorteil haben sie durch das Abrutschen von Platz eins auf Platz drei der Abschlusstabelle verspielt. Dabei, hat Otten ausgerechnet, „haben wir nur einen Punkt weniger geholt, 47 Tore mehr geschossen und 26 weniger kassiert als in der letzten Saison.“ Seine Schlussfolgerung: „Also ist die Konkurrenz stärker geworden.“ Doch was wie ein Nachteil aussieht, kann sich auch als dessen Gegenteil entpuppen: „Jetzt sind wir die Favoritenrolle los,“ sagt der Trainer. Die habe seine Schützlinge in der zurückliegenden Hauptrunde nämlich öfter gehemmt als beflügelt. Jetzt liegt sie beim Crefelder SC, der am Ende drei Zähler mehr auf seinem Konto hatte als Kaarst.

Auf die Skatingbears können die Eagles frühestens im Finale treffen. Auch den Rockets aus Essen gehen sie bis dahin aus dem Weg. Was gut so ist, findet Ottens Sohn Moritz, mit 20 Jahren einer der Leistungsträger im Team: „Die liegen uns nämlich überhaupt nicht.“ Was das mit 6:9 verlorene Pokalfinale am vergangenen Samstag noch einmal unterstrich. „Köln liegt uns besser,“ sagt Moritz Otten. Die müssen dafür aber erst einmal die Samurai Iserlohn schlagen.

Und die Kaarster deren Nachbarn aus Lüdenscheid. Doch da sind die Eagles recht guter Dinge. Auch wenn der Trainer warnt: „Lüdenscheid ist extrem unangenehm zu spielen. Die stehen meist hinten drin und lauern auf unsere Fehler.“ Deshalb mahnt er höchste Konzentration bei seinen Schützlingen an. Denen dabei zugute kommt, „dass die meisten schon seit längerem zusammen spielen,“ sagt Tim-Niklas Wolf. Der Pulheimer, mit seinen 16 Jahren das „Nesthäkchen“ im Team, spielt gleichzeitig bei den Junioren, mit denen er am Samstag Deutscher Pokalsieger wurde. Um gleich im Anschluss mit den Herren ebenfalls das Finale zu bestreiten. Für ihn kein Problem: „Wir sind eine geile Mannschaft, und außerdem eine lustige Truppe.“

Beides sicher keine unwichtigen Eigenschaften. Aber nicht unbedingt die, die einen Titel garantieren. „Alle können extrem gut Hockey spielen,“ nennt Wolf, dessen älterer Bruder Tobias ebenfalls zum Team gehört, einen weiteren Erfolgsfaktor. „Im Gegensatz zu vielen anderen Mannschaften sind wir sehr laufstark,“ ergänzt Moritz Otten und verleiht den Eagles das Prädikat „jung und spritzig.“ Ob das wieder reicht, um ins Endspiel einzuziehen, wird sich zeigen. Eines weiß Georg Otten aber jetzt schon: „Wer das letzte Spiel gewinnt, ist Meister.“ So ist das in den Play-offs wie im richtigen Leben.