Motorsport: Simone Schuft steuert Rennboot auf Rang zwei

Motorsport : Simone Schuft steuert Rennboot auf Rang zwei

Bei der 50. Auflage des Klassikers "24 Stunden von Rouen" fährt die Neusserin vor rund 350 000 Zuschauern nur knapp am Sieg vorbei.

Mit Starts in der Formel 2 bei Welt- und Europameisterschaften ist Simone Schuft mit ihrem eigenen Rennbootteam eigentlich ganz gut ausgelastet. Doch die "24 Stunden von Rouen" sind nun mal der Hit. "Ein Rennen der Superlative", sagt die Neusserin. Dass ihr im französischen Team Neptune Inshore am Ende als Zweite wie im Vorjahr nur eine Runde zum großen Triumph fehlte, wertete sie darum als Erfolg: "Wir waren wieder ganz dicht dran und haben gezeigt, dass das starke Ergebnis im vergangenen Jahr keine Eintagsfliege war."

Vor der gewaltigen Kulisse von 350 000 Zuschauern, die dem Klassiker rund um die Seine-Insel Île Lacroix in seiner 50. Auflage eine unvergleichliche Atmosphäre verlieh, stellte sich die 38-Jährige gemeinsam mit ihren französischen Kollegen Matt Manchon und Vincent Ducellier sowie der Dresdnerin Yvonne König, neben ihr die einzige Deutsche unter 115 Piloten in 31 Teams, dem oft mörderischen Wettkampf. Bis zu zwölf Stunden am Limit, alle 120 Minuten ein Fahrerwechsel – das schlaucht. Vor allem dann, fügt die Neusserin an, "wenn zu den höchst anspruchsvollen Bedingungen im Kanal noch heftiger Regen, eingeschränkte Sicht und hohe Wellen kommen". Da nach einem tödlichen Unfall vor drei Jahren in der Nacht nicht mehr gefahren wird, zieht sich die Tortur über drei Tage.

In die erste Pause nach sechs Stunden ging das französisch/deutsche Team als Siebter des Gesamtklassements. Der zweite Tag lief sogar noch besser. Vincent Ducellier erkämpfte gleich zu Beginn Rang eins in der "Classe 2" (Formel 2). Glückliche Momente für Simone Schuft und ihr Team, "auch wenn wir nach zwölfstündiger Rennzeit nass bis auf die Haut und vollkommen durchgefroren waren. Welcome to Rouen!" Am dritten und letzten Renntag gelang recht schnell der Sprung auf Platz zwei im Gesamtergebnis.

Im Duell an der Spitze der Formel 2 mit dem Team Navikart (Frankreich) fielen Schuft & Co. jedoch nach technischen Problemen im Nu 20 Runden zurück. "Während wir fieberhaft nach dem Fehler suchten, zog der Konkurrent unermüdlich seine Kreise." Wieder zurück auf dem unruhigen Wasser setzte das Team Neptune Inshore zu einer beherzten Aufholjagd an – und brachte schließlich insgesamt satte 688 Runden aufs Konto. Der Sieg aber ging mit 689 Runden an Navikart. "Nach 24 Stunden haben uns damit 90 Sekunden gefehlt", sagt Simone Schuft, die wegen eines geschäftlichen Termins in Atlanta (USA) erst kurz vor der Fahrervorstellung zum Team gestoßen war. "Jetlag hatte ich nicht, aber weil bei mir eine Grippe im Anmarsch war und ich meine volle Leistungsstärke nicht abrufen konnte, habe ich am dritten Tag schweren Herzens ausgesetzt. Das hat uns als Team nur noch enger zusammengeschweißt."

Im Gesamtklassement langte es hinter den beiden mit deutlich mehr Dampf unter der Haube angetretenen Formel 1-Teams Drakkar und Pegase (beide fahren in der Rennserie der "Classe 3") sowie Navikart zum ebenfalls starken vierten Platz.

(NGZ/rl)
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