Leichtathletik Simone Durry mit ultrastarker Leistung

Neuss · Die Ultraläuferin der TG Neuss holt bei den in Verona ausgetragenen Europameisterschaften im 24-Stunden-Lauf mit dem deutschen Frauenteam die Bronzemedaille. In der Einzelwertung belegt sie mit 223,744 Kilometern den 20. Platz.

Holten im stark besetzten Frauenteam bei den Europameisterschaften im 24-Stunden-Lauf in Verona Bronze für Deutschland: (v.l.) Nele Alder-Baerens, Sigrid Hoffmann, Julia Jezek, Anne Stephan und Simone Durry.

Holten im stark besetzten Frauenteam bei den Europameisterschaften im 24-Stunden-Lauf in Verona Bronze für Deutschland: (v.l.) Nele Alder-Baerens, Sigrid Hoffmann, Julia Jezek, Anne Stephan und Simone Durry.

Foto: Simone Durry

Wie die Weltmeisterinnen Gudaf Tsegay (5000 Meter) und Letesenbet Gidey (10.000), wie Marathon-Weltrekordler Eliud Kipchoge hat Ultra-Läuferin Simone Durry ihre Passion gefunden: 24 Stunden am Stück Laufen. Schon im März hatte die Ausdauerspezialistin der TG Neuss im niederländischen Sittard mit 194 Kilometern die erste Duftmarke gesetzt. Im Mai bei den Deutschen Meisterschaften in Bottrop holte sie mit 216,5 Kilometern Silber (Platz eins in der Altersklasse W45). Erfolge, die der Deutsche Leichtathletik-Verband mit dem Ticket für das Nationalteam bei den Europameisterschaften im 24-Stunden-Lauf im italienischen Verona belohnte. Ja genau, die 260.000 Einwohner zählende Stadt an der Etsch, vor allem bekannt durch ihre Opernfestspiele im römisches Amphitheater und als Schauplatz von Shakespeares „Romeo und Julia“.

Als Terrain diente eine 1525,48 Meter lange Strecke in einer eher ruhigen Ecke nahe am Hauptbahnhof. Das Zentrum der Veranstaltung war die Consolini-Sportanlage mit den Betreuungspavillons der einzelnen Nationen, der offiziellen Verpflegung und der Zeitmessung. Simone Durry freute ganz besonders, der Wetterwechsel nach den vielen sehr warmen und regenfreien Tagen. „Die Temperaturen fielen zum Start am Morgen um 10 Uhr unter die 20-Grad-Marke. Und als im Laufe des Vormittags zum Glück auch der starke Regen aufhörte, ließ es sich bei einem angenehmen Sonne-Wolken-Mix sehr gut laufen.“

 Glücksmoment: Simone Durry bei der 24-Stunden-EM in Verona.

Glücksmoment: Simone Durry bei der 24-Stunden-EM in Verona.

Foto: Michael Sommer

Entsprechend hoch sei das Anfangstempo des Rennens gewesen: „Ich musste in den ersten Stunden immer wieder Gas rausnehmen und darauf achten, dass ich mich nicht dazu verleiten ließ, zu schnell zu werden.“ Das funktionierte erstaunlich gut: „Weil mein Training in den letzten drei Monaten vor Verona nicht gerade optimal verlaufen war, überraschte es mich schon, wie leicht ich nach drei bis vier Stunden in das Rennen reingekommen bin. Ich kam ganz gut und konstant durch den Tag und hatte glücklicherweise dieses Mal keine Scherereien mit meinem Magen.“

Zu Halbzeit um 22 Uhr hatte die TG-Athletin bereits 117,5 Kilometer zurückgelegt und lag an 45. Stelle des 93köpfigen Frauenfeldes. „Aufgrund von muskulären Problemen musste ich in der Nacht zwar eine Zeit lang an den beiden kleinen Anstiegen Gehpausen einbauen – die Rundenzeiten lagen hier zwischen zehn und elf Minuten – , aber in den frühen Morgenstunden, als das Ziel immer näher rückte, wurden meine Oberschenkel wieder locker und ich konnte noch einen drei Stunden langen Endspurt riskieren – und durchhalten.“ Die Rundenzeiten lagen hier zwischen 8:30 und 9:50 Minuten. Die mit 8:25 Minuten schnellste Runde war die 133. von insgesamt 146 gelaufenen Runden. Durry: „Am Ende kam ich mit 223,744 Kilometern auf mein bisher zweitbestes Ergebnis in einem 24-Stunden-Lauf.“ Das brachte ihr Platz 20 bei den Damen. In der Mannschaftswertung holte sie mit den drei besten Deutschen Anne Stephan, Julia Jezek und Nele Alder-Baerens außerdem die Bronzemedaille, vergaß darüber aber nicht, den Coaching-Staff vor Ort: „Unsere tollen Ergebnisse wären ohne das Betreuerteam und seinen fantastischen Job über 24 Stunden nicht möglich gewesen.“

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