Handball: Simon Ernst darf auf WM-Teilnahme hoffen

Handball : Simon Ernst darf auf WM-Teilnahme hoffen

Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson hat den Ex-Dormagener für den Vorbereitungslehrgang der Nationalmannschaft nachnominiert.

Viele Experten, darunter auch Handball-Legende Heiner Brand, sagen ihm die ganz große Karriere voraus, seit Jahren trägt er das Prädikat "Supertalent" - nun hat Simon Ernst den nächsten Schritt in seiner sportlichen Karriere gemacht Nach der Verletzung von Hendrik Pekeler (TBV Lemgo) hat Bundestrainer Dagur Sigurdsson den erst zu Saisonbeginn vom Drittliga-Meister TSV Bayer Dormagen zum Bundesligisten VfL Gummersbach gewechselten 20-Jährigen für den Vorbereitungslehrgang der deutschen A-Nationalmannschaft nachnominiert. "Das gilt zunächst nur für die Testspiele, aber wir freuen uns natürlich sehr für ihn", sagt VfL-Geschäftsführer Frank Flatten.

In den Startlöchern: Moritz Preuss (19) mit TSV-Trainer Jörg Bohrmann. Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Der Junioren-Europameister reiste gestern zum DHB-Team und gehört in den Testspielen gegen Island (4./5. Januar) in Reykjavik sowie gegen Tschechien (9./10. Januar) in Stuttgart und Mannheim zum A-Kader. Damit darf er sich Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Katar (15. Januar bis 1. Februar) machen. Das erste WM-Spiel absolviert das deutsche Team am 16. Januar gegen Polen.

Für große Freude sorgt die vorläufige Nominierung - Dagur Sigurdsson hofft noch darauf, dass der unter Knieproblemen leidende Pekeler bei den WM-Generalproben gegen Tschechien wieder zur Verfügung steht - natürlich auch im Lager des TSV Bayer Dormagen, von dessen herausragender Nachwuchsarbeit Simon Ernst ab 2009 profitiert hatte. "Das ist eine absolute Auszeichnung für unsere Arbeit", sagt Trainer Jörg Bohrmann, der gemeinsam mit Ernst 2012 Deutscher B-Jugendmeister geworden war und die vergangene Saison mit dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga gekrönt hatte. Dass sein ehemaliger Schützling schon jetzt ans Tor der deutschen Elite-Auswahl klopft, ist für Bohrmann indes keine Überraschung. "Dass es so schnell geht, damit hatte er wahrscheinlich selber nicht gerechnet."

Im Abwehrbereich hat sich der 1,95 Meter große Rückraumspieler bereits im Oberhaus etabliert. "Mit seine Leistungen hat er großen Anteil daran, dass es für die junge Mannschaft des VfL Gummersbach in dieser Saison bislang so gut läuft", findet Bohrmann, würde es freilich noch lieber sehen, wenn der Birkesdorfer seine herausragenden Qualitäten auch im Angriff vermehrt gewinnbringend einsetzen dürfte. Eine endgültige Aufnahme in den WM-Kader würde den TSV-Coach jedenfalls nicht überraschen: "Ich sehe für ihn gute Chancen, mit nach Katar zu reisen. Der Bundestrainer hat nicht nur das Talent verpflichtet, sondern einen richtig guten Spieler. Und Dagur Sigurdsson ist dafür bekannt, dass er nicht auf die Erfahrung eines Spielers, sondern in erster Linie auf seine Leistung guckt. Simon hat das absolut drauf!"

Gleiches gelte, so Bohrmann weiter, für den ebenfalls in Dormagen ausgebildeten Moritz Preuss (jetzt Bergischer HC). "Ich hoffe, dass er Simon bald folgen wird."

(NGZ)
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