Lokalsport: Simon de Vlieger fliegt ins Ziel

Lokalsport : Simon de Vlieger fliegt ins Ziel

Mit mächtigen Galoppsprüngen sichert sich Simon de Vlieger in München-Riem seinen dritten Sieg in Folge.

Der vierjährige Hengst Simon de Vlieger aus dem Stall des Neusser Trainers Axel Kleinkorres hat in München-Riem das dritte Rennen hintereinander gewonnen und bleibt damit in diesem Jahr ungeschlagen. Das ist die nüchterne Botschaft des Erfolges von diesem Pferd aus der Zucht des Gestüts Görlsdorf der Familie Bischoff-Lafrentz aus Angemünde, gut eine Stunde von Berlin entfernt. Der nach einem niederländischen Maler getaufte Fuchshengst mit der auffälligen Blesse und den zwei weißen Beinen hat die Fachwelt schon bei den beiden ersten Erfolgen in Düsseldorf und München beeindruckt, diesmal kamen die Experten aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das ging dem Trainer ähnlich, der sich auf dem Luftwege nach München begeben hatte.

Jockey Stephen Hellyn lag mit dem 25:10-Wettfavoriten aus Neuss erwartungsgemäß lange am Ende des Feldes, doch dann schien der Weg nach vorne wie durch eine Wand restlos versperrt. Axel Kleinkorres: "Mir wurde schon etwas komisch und ich habe befürchtet, er käme nicht mehr frei und es könnte sehr eng werden." Aber es geschah das eigentlich Erhoffte: Mit nur wenigen, mächtigen Galoppsprüngen flog der Hengst außen am Feld vorbei und hatte im Ziel noch fast zwei Längen Vorsprung. Es wirkte so, als ob die Gegner für einen Galoppsprung des Favoriten zwei gebraucht hätten. Axel Kleinkorres war nicht nur zufrieden: "Das sah wirklich nach mehr aus." Er hat den Hengst, der einst Probleme mit Koliken hatte, behutsam aufgebaut. Das war auch das Erfolgsgeheimnis beim Pferd Matchwinner aus der Görlsdorf-Zucht, der nach dem Verkauf (die NGZ berichtete) in Köln erstmals von seinem neuen Trainer Marian-Falk Weißmeier gesattelt wurde und als Fünfter ins Ziel kam. Kleinkorres verfolgte das aus München.

Sein Sieger Simon de Vlieger wurde nach dort transportiert von Torsten Mundry. Als Jockey gewann der Neusser mit Lavirco das Deutsche Derby 1996 in Hamburg und mit der Stute Enora 2010 den klassischen Preis der Diana. Nach dem überraschenden Ende der Trainer-Karriere gründete Mundry ein Pferdetransport-Unternehmen. Der von ihm mit seinem "Sprinter" transportierte "fliegende Vlieger" hat nun eine Nennung für die Europa-Gruppe III-Meilen-Trophy am 15. Juli in Köln bekommen. Ein Auftritt dort wäre ein Sprung über zwei, wenn nicht drei Leistungsklassen. Völlig untypisch für Axel Kleinkorres. Simon de Vlieger könnte noch zwei Mal in Rennen antreten, die für das Pferd sicher besser wären als in der Grand-Prix-Klasse gegen gestandene Pferde dieser Kategorie.

In Düsseldorf belegte die Stute Attention Run aus dem Kleinkorres-Stall als große Außenseiterin einen sehr guten dritten Platz in einem Vorbereitungsrennen für den klassischen Preis der Diana. Für dieses Rennen um 500.000 Euro am 5. August in Düsseldorf hat Attention Run aber keine Nennung. Die Besitzerin und Züchterin Jeanette Stadler aus dem oberbayerischen Neuching müsste 50.000 Euro zahlen, um doch noch dort antreten zu können. Sportlich wäre ihr Pferd dafür qualifiziert. Der Trainer ist noch ratlos, was er mit der wertvollen Stute nun machen soll. Schließlich lag sie in Düsseldorf im Ziel einen Platz vor einer der Diana-Favoritinnen.

(NGZ)
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