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Leichtathletik: Siegerin kommt erstmals aus Polen

Leichtathletik : Siegerin kommt erstmals aus Polen

Als das Elite-Rennen der Frauen über fünf Kilometer erst wenige Minuten beendet war, kam City-Lauf-Chef Hans-Peter Walther mit einem breiten Grinsen im Gesicht in den Zielbereich, um mit dem Sieger-Trio für die Kameras zu posieren. "Das ist meine Lieblingsbeschäftigung", scherzte er, als er Siegerin Karolina Jarzynska (Polen) und den dahinter platzierten Nadezda Trilinskaya (Russland) und Alena Serdiuk (Ukraine) gratulierte. In Person von Karolina Jarzynska lief übrigens zum ersten Mal in der jetzt 23-jährigen Geschichte des City-Laufs eine Polin als Erste über den Zielstrich auf der Hindenburgstraße.

Wobei Walther nicht ganz die Wahrheit sagte, denn im Vorfeld der Veranstaltung hatte er sich als großer Fan von Simret Restle geoutet, so dass er wohl liebsten der Läuferin vom PSV GW Kassel zum Sieg gratuliert hätte. Doch die 26-Jährige, die in Eritrea geboren wurde, landete in der Endabrechnung in 16:23,1 Minuten "nur" auf dem fünften Platz, war damit aber immerhin die beste Starterin mit deutscher Staatsangehörigkeit. Unzufrieden war Restle damit aber keineswegs, schließlich reiste sie mit einer harten Trainingsphase und dem Berliner Halbmarathon in den Beinen an. Kurzfristig hatte sie sogar mit dem Gedanken gespielt, ihren Start in Korschenbroich abzusagen, doch Walther überredete sie, es wenigstens zu versuchen. "Und unter diesen Umständen lief's dann richtig gut", meinte Restle, die dann gleich noch eine Kampfansage fürs kommende Jahr nachschob: "Ich komme wieder, und dann will ich gewinnen."

Wie das gehen kann, machte ihr gestern die als Geheimfavoritin ins Rennen gegangene Karolina Jarzynska vor. Anderthalb Runden wartete sie ab, dann verschärfte sie das Tempo derart, dass selbst Caroline Chepkwony (Kenia) als Siegerin des Vorjahres nicht mithalten konnte. Als die Polin das zweite Mal den Start/Ziel-Bereich passierte, hatte sie schon zehn Meter Vorsprung auf eine von der Kenianerin angeführte Gruppe. Danach ging es eigentlich nur um die Frage, ob Jarzynska den Streckenrekord der Deutschen Irina Mikitenko aus dem Jahr 2007 (15:41) würde unterbieten können. Am Ende verpasste sie das Ziel in 15:57,8 Minuten aber deutlich. "Schade, dass das nicht geklappt hat. Denn Irina ist mein großes Vorbild", meinte die 30-Jährige, die 2012 gerne wieder kommen würde, wenn es ihr Wettkampfplan erlaubt. Denn gefallen hat es der Polin bei ihrem ersten Start in Korschenbroich besonders gut: "Es ist ganz erstaunlich, dass in einer so kleinen Stadt so viele Menschen kommen, um sich eine Laufveranstaltung anzuschauen." Sie traut sich auf den jeden Fall zu, den Streckenrekord noch zu brechen: "Der Kurs ist schnell genug, 15:40 Minuten sind möglich."

(NGZ)