Galopp : Sieger kommt aus der Mongolei

Jantzannonnov Erdenebileg gewann gestern das Hauptrennen auf der Neusser Galopprennbahn mit dem in Belgien trainierten fünfjährigen Wallach Nenzo. Es war der zweite Sieg in der Laufbahn des aus der Mongolei stammenden Jockeylehrlings aus dem Stall von Erika Mäder.

Ein Reiter aus der Mongolei hat auf einem in Belgien trainierten deutschen Pferd das wichtigste Rennen beim gestrigen Renntag in Neuss gewonnen. Ein junger Mann namens Jantzannonnov Erdenebileg und der fünf Jahre alte Wallach Nenzo waren nach dem Wetten XXL-Rennen das mit viel Applaus bedachte Siegerteam.

"Das war mein erster Sieg in diesem Jahr", so der Azubi nach seinem Debüttreffer 2011, dem überhaupt erst zweiten der Karriere. Beide Erfolge erreichte er mit Nenzo aus dem belgischen Rennstall der Trainerin Nadine Verheyen. Nicht nur dort war die Freude groß. "Das hat er heute gut gemacht", sagte auch Erika Mäder aus Krefeld, an deren Stall Erdenebileg in der Ausbildung ist. "Montags ist bei uns immer Filmstunde, da schauen wir uns alle Ritte immer an und besprechen mit ihm, was gut und weniger gut war", so Mäder, die offenbar ein kommendes Talent unter ihrer Obhut hat.

Ein sichtlicher Stein ist dem Meerbuscher Besitzer Heinz-Josef Theissen vom Herzen gefallen, nachdem der ihm und zwei Bekannten gehörende Wallach Avis im RaceBets.com-Rennen erfolgreich war. Die Geschichte von Avis ist kurios. "Aller guten Dinge sind drei" – das stand als Motto wohl über dem Start. Zweimal wurde Avis in den letzten Wochen vor einem geplanten Start kurzfristig zurückgezogen. Bei Versuch eins wurde er beim Betreten der Bahn reiterlos, drehte ohne Jockey zwei Runden um die Bahn und wurde zurückgezogen. Eine Woche später riss die Trense, ein Ersatz war nicht aufzutreiben, wieder blieb nur die Abmeldung. Nun gab es die erfreut zur Kenntnis genommene Entschädigung. "Michael Nimczyk ist einer der Mitbesitzer", so Theissen nach dem Rennen. Das ist der Championfahrer bei den Trabern aus den Jahren 2008 und 2009.

Große Aufregung gab es vor dem dritten Rennen des Tages, in dem der Favorit Wiltshire in der Startbox stieg und minutenlang nahezu regungslos am Boden lag. Entwarnung gab es nach Minuten bangen Wartens: Der neun Jahre alte Wallach hatte sich offenbar eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen, wurde aber direkt und rechtzeitig von den Tierärzten versorgt. Knapp eine Stunde nach dem Vorfall konnte Wiltshire zurück in seinen Stall geführt werden. Rund 20 Minuten Verspätung zogen sich fortan durch die Veranstaltung.

Der einzige Neusser Heimtreffer des Tages gelang Aturo im letzten Rennen des Tages, in dem er für Trainer Axel Kleinkorres gewann und dabei nach einem Glanzritt von Jockey Andrasch Starke Smarten Die und Reiterin Stefanie Hofer (zwei Tagessiege) knapp das Nachsehen gab. Es war Aturos erster Start für Coach Kleinkorres und es gab gleich den ersten Sieg. Aus dem Großaufgebot von Marion Weber schnitt Seduisant, auch hier saß Andrasch Starke im Sattel, als Zweite ihres Rennens am besten ab.

(NGZ)