2. Handball-Bundesliga Dormagen überzeugt auf großer Bühne

Dormagen · Nach dem dürftigen Auftritt in Runde eins des DHB-Pokals zeigten sich die TSV-Handballer beim ungewöhnlichen Saisonauftakt der 2. Liga stark verbessert. Sie besiegten das ukrainische Gastteam von HC Motor Zaporozhye klar.

TSV-Kreisläufer Aron Seesing präsentierte sich beim Saisonauftakt gegen den HC Motor Zaporozhye in starker Verfassung. Er traf sechsmal.

TSV-Kreisläufer Aron Seesing präsentierte sich beim Saisonauftakt gegen den HC Motor Zaporozhye in starker Verfassung. Er traf sechsmal.

Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Mit Blick auf die Anwurfzeit von 16.15 Uhr war damit zu rechnen, dass die PSD Bank Arena in Düsseldorf noch nicht allzu gut gefüllt sein würde, wenn das Eröffnungsspiel der 2. Handball-Bundesliga zwischen dem ukrainischen Gastteam HC Motor Zaporozhye und dem TSV Bayer Dormagen als Appetithappen für den Supercup über die Bühne geht. Doch von der anfangs noch sehr spärlichen Kulisse im Vorfeld der Gigantenpartie zwischen dem amtierenden Meister SC Magdeburg und dem aktuellen Pokalsieger THW Kiel ließen sich weder die Ukrainer noch die Dormagener irritieren. Sie nutzten die große Bühne im Vorfeld des Supercups und zeigten ein attraktives Spiel, das Dormagen am Ende mit 33:28 (17:15) gewann.

Insbesondere der TSV Bayer war im Vergleich zu seinem Pokalauftritt am Sonntag beim Ligakonkurrenten HC Elbflorenz nicht wiederzuerkennen. Zeigte sich die Mannschaft des neuen Trainers Matthias Flohr bei der deutlichen 21:31-Pokalschlappe noch fahrig, sehr fehleranfällig und in der Abwehr ohne richtigen Zugriff, ging sie am Mittwochnachmittag viel konzentrierter und zielstrebiger zur Sache. Dementsprechend konnte die Anzahl der Fehlwürfe und der technischen Fehler massiv reduziert werden. Auch wenn der Sieg letztlich keine zwei Punkte bringt, die die Dormagener ein Stück an den angestrebten Klassenverbleib heranführen, so macht der Auftritt gegen den ukrainischen Serienmeister mit etlichen Nationalspielern in seinen Reihen doch Mut für die restliche Saison, die schon am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV weitergeht. Dementsprechend dürfte DRHV-Trainer Uwe Jungandreas ganz genau hingeschaut beim Supercup-Vorspiel.

Und er bekam von Beginn an eine Partie zu sehen, in der beide Teams trotz des außergewöhnlichen Rahmens der Partie keine Scheu zeigten, sondern direkt ein hohes Tempo vorlegten. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase nutzte der TSV eine Unterzahl der Ukrainer, um sich erstmals ein bisschen abzusetzen. Nach einem Steal von Sommerzugang Ole Klimpke, der für den nach wie vor verletzten Spielmacher Ian Hüter in der Startformation stand, erzielte Rechtsaußen Jan Reimer per Tempogegenstoß das 4:2 (6.) und wenig später ließ der junge Kreisläufer Aron Seesing das 5:2 (6.) folgen. Doch weil die Dormagener in der Folge ihre Abwehr nicht richtig dicht bekamen und vor allem gegen den bärenstarken Dmyitro Horiha zu passiv agierten, kam Zaporozhye wieder heran und konnte beim 10:10 (19.) und 11:11 (20.) durch eben diesen Horiha zweimal ausgleichen. Als Dormagen wenig später eine Unterzahl überstehen musste, wurde durch einen Fehlwurf von Bozo Andjelic deutlich, woran das Spiel der Ukrainer am Mittwoch krankte. Sie zeigten viele gute Spielzüge und kombinierten meist gut, ließen aber insgesamt zu viele Chancen liegen. Daran hatte Christian Simonsen im TSV-Tor seinen Anteil, auch dank zweier starker Paraden ging Bayer mit einer Zwei-Tore-Führung in die Pause.

Abgesehen davon, dass Simonsen nach dem Seitenwechsel immer stärker wurde, setzten seine Teamkameraden kurz nach der Pause ein Ausrufezeichen. Nach Vorarbeit von Linksaußen Joshua Reuland erzielte Rechtsaußen Jakub Sterba per Kempa das 18:15 (32.). Zwischendurch sah es zwar immer mal wieder so, als könnten die Ukrainer entscheidend verkürzen, doch dann vergaben sie wieder beste Chancen. Auf der anderen Seite zeigte sich Aron Seesing, bester Bayer-Schütze nach der Pause, sehr treffsicher. Und spätestens, als er das 30:25 (53.) nach eigenem Steal und folgendem Tempogegenstoß erzielte, war eine Vorentscheidung gefallen. Da nutzte Zaporozhye auch die Umstellung auf eine offensivere Abwehrvariante nichts mehr, der TSV brachte den Sieg ins Ziel. Klar, dass Matthias Flohr zufrieden war: „Wir waren wie ausgewechselt gegenüber der Partie in Dresden. Das war eine ganz tolle Teamleistung.“

TSV: Simonsen (9 Paraden); Reuland (7/3), Seesing (6), Meuser (4), Grgic (3), Sterba (2), Karvatski (2), Senden (2), Steinhaus (2), Klimpke (2), Reimer (1), Rehfus (1), Zurga (1), P. Hüter

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