Jüchen : Sieben Madonnen gestohlen

Ungewöhnliche Beute machten unbekannte Diebe: Sie stahlen bei Grabdenkmale Wolf in Jüchen sieben Madonnen mit 15.000 Euro Einkaufswert. Videoaufzeichnungen sollen die Täter enttarnen, eine Belohnung ist ausgesetzt.

Im Gewerbepark Neusser Straße waren Diebe unterwegs, die es auf nicht alltägliche Beute abgesehen hatten: Sieben hochwertige Bronzefiguren im Themenpark von Grabdenkmale Wolf wurden gestohlen. Inhaber Michael Wolf ist fassungslos: "Zuerst habe ich den Verlust gar nicht bemerkt. Erst beim Säubern der Steine und Figuren ist es mir aufgefallen."

Die Madonnen, von denen sieben hochwertige Stücke fehlen, sind meist nicht an den Ausstellungssteinen befestigt, "damit man sie zur Präsentation für die Kunden auf eine andere Anlage stellen kann". So hatten die Diebe leichtes Spiel und schleppten die bis zu 25 Kilogramm schweren Figuren davon. Nach Einschätzung von Michael Wolf und auch der Polizei müssen sie ihr Fahrzeug auf der Bundesstraße abgestellt haben. "Dann sind sie über den Zaun geklettert und haben wahllos Figuren mit einem Einkaufswert von insgesamt über 15.000 Euro mitgenommen".

Aufwand und Risiko stehen seiner Meinung nach in keinem Verhältnis zur Beute: "Jede der Figuren hat einen reinen Materialwert von höchstens 40 Euro". Was die Madonnen, die in kleinen Serien hergestellt wurden und deshalb einen hohen Wiedererkennungswert haben, so wertvoll macht, sei die aufwendige Handarbeit, mit der jede der Bronzefiguren nach dem Gießen zusammengeschweißt, glatt gemacht und patiniert werde. "Welcher seriöse Altmetallhändler würde denn die Figuren kaufen? Da müsste doch jeder bemerken, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann", sagt Wolf, "kein Mensch besitzt sieben Madonnen aus Bronze, die offensichtliche Friedhofsfiguren sind".

Dass er seine Madonnen je wieder sieht, glaubt Wolf aber auch nicht, obwohl er eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt hat. "Immerhin werden aktuell die Videoaufzeichnungen ausgewertet. Vielleicht kann man die Diebe so enttarnen". Für den 50-Jährigen ist der Diebstahl ein wirtschaftlicher Schaden, den er einigermaßen verkraften kann.

Doch "viele dieser Spitzbuben treiben auch auf den Friedhöfen ihr Unwesen, wie kürzlich auf dem Wickrather Friedhof". Den Mann, der dort Bronzekreuze, Metallvasen und eine Madonna gestohlen hatte, konnte die Polizei ermitteln. "Ob er etwas mit dem Diebstahl auf dem Wolf-Gelände zu tun hat, werden die Ermittlungen ergeben", teilte die Pressestelle der Mönchengladbacher Polizei mit.

Michael Wolf zieht nach den Ereignissen der vergangenen Tage sein Fazit: "Wir werden nun die Madonnen jeden Abend rein bringen. Auch bei der Ausstellung an den Wochenenden können wir sie nicht mehr zeigen".

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE