Fußball : SG Kaarst vor schwierigem Jahr

Nach einem schwierigen Jahr ist man bei der SG Kaarst vorsichtig geworden. Zu knapp ist man noch vor wenigen Wochen dem Abstieg aus der Bezirksliga entronnen – erst das 4:1 im Endspiel gegen die SG Orken-Noithausen am letzten Spieltag brachte Gewissheit.

Nach einem schwierigen Jahr ist man bei der SG Kaarst vorsichtig geworden. Zu knapp ist man noch vor wenigen Wochen dem Abstieg aus der Bezirksliga entronnen — erst das 4:1 im Endspiel gegen die SG Orken-Noithausen am letzten Spieltag brachte Gewissheit.

Zu ausgeglichen scheint die Liga in diesem Jahr zu sein — drei konkurrenzfähige Aufsteiger, zwei unberechenbare Absteiger und ordentlich verstärkte alte Bekannte kämpfen um ihren Platz. Zu groß ist der personelle Aderlass, den man selber hinnehmen musste — nach den Leistungsträgern Stawomir Cyron und Yasar Kurt verließ nun in letzter Sekunde auch Daniel Hermanns den Verein. Alles deutet also auf ein weiteres schwieriges Jahr hin.

"Insbesondere Yasar und Daniel sind kaum zu ersetzen. Das waren absolute Schlüsselspieler", gibt Trainer Dirk Schneider zu. Die nötige Klasse spricht er seiner Mannschaft aber trotzdem nicht ab. "Wir wollen so früh wie möglich die Liga halten. Dazu haben wir gute Chancen." In Stürmer Fatih Karabas (PSV Neuss) und Torwart Mehmet Bozkir (VfB Korschenbroich) kommen nur zwei externe Neuzugänge, die die Probleme der SG aber gezielt lösen sollen. Die lagen neben der Hintermannschaft, die oft für einen Patzer gut war, nämlich im Angriff, wo man einfach keine Durchschlagskraft entwickeln konnte. Neuer Co-Trainer wird Cengiz Yavuz, der mit dem PSV aus der Bezirksliga abstieg. Dazu rücken fünf Leute aus eigener Jugend und Reserve in den Kader auf. Ein Weg, den die SG schon seit Jahren erfolgreich geht: Zuletzt konnten etwa Talente wie Marc-Robin Philipp, Sebastian Lorenz oder Gerrit Kotsiwos in die Mannschaft integriert werden.

Angst hat man in Kaarst nicht, Schneider freut sich auf die neue Saison: "Das wird eine sehr ausgeglichene und reizvolle Liga. Wir haben aber aus dem vergangenen Jahr gelernt und werden nur noch auf uns schauen. Wenn wir fleißig trainieren und von größeren Verletzungen verschont bleiben, erreichen wir unser Ziel." So war das Verletzungspech ein wesentlicher Faktor für das Abschneiden in der vergangenen Saison. Die Qual der Wahl hatte Schneider fast nie, der ehemalige Angreifer des VfR Neuss musste sich mangels Alternativen teilweise sogar selber einwechseln. "So viel Pech kann man eigentlich nicht zweimal haben", ist er nicht erpicht auf eine weitere Fortsetzung seiner Karriere.

Sportliche Erfolge wie vor zwei Jahren, als die SG die Saison auf Platz drei beendete, wird es zunächst wohl nicht mehr geben. Dafür fehlt vor allem das Geld. Doch auch mit einer Spielzeit im gesicherten Mittelfeld wäre man am Kaarster See sehr zufrieden.

(NGZ)