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Korschenbroich: Seniorenhaus wird fit für die Zukunft

Korschenbroich : Seniorenhaus wird fit für die Zukunft

Gut sieben Millionen Euro investiert der Rhein-Kreis Neuss in Korschenbroich: Er will das Seniorenhaus an der Freiheitsstraße 14 fit für die Zukunft machen. Mit dem Spatenstich im Frühjahr 2014 soll die Modernisierung beginnen.

Noch ist nicht so viel passiert, wie sich Jürgen Steinmetz gewünscht hat. Der Geschäftsführer des Seniorenhauses und Allgemeine Vertreter des Landrates hätte gerne schon den Baggerführern beim Ausschachten zugesehen, stattdessen führte Steinmetz jetzt erst einmal den Architekten durch die Einrichtung. Michael Thillmann war mit drei Mitarbeitern aus Koblenz in Korschenbroich angereist, um sich vor Ort ein umfassendes Bild zu machen. Er sprach von "einer Bestandsaufnahme", um dann die Modernisierungspläne zeitnah erstellen zu können. Dabei denkt Thillmann an Hausgemeinschaften für zehn bis zwölf Personen mit eigener Küche, in der die Senioren auch selber kochen können.

Verläuft alles nach Plan, will der Rhein-Kreis Neuss als Träger und Bauherr für April 2014 zum Spatenstich bitten. "Ich freue mich auf diesen Termin." Und weiter versichert Steinmetz: "Das wird schön." Doch bis dahin müssen sich noch alle in Geduld üben. "Wir haben schon so viel Zeit verloren", spricht Steinmetz die vom Gesetzgeber vorgeschriebene europaweite Ausschreibung an: "Es ist eine Zumutung. Als ob sich in Barcelona oder in Wien ein Architekt für unser Haus in Korschenbroich interessiert."

Insgesamt haben sich 16 Architekturbüros aus ganz Deutschland beworben. Sieben davon wurden zunächst ausgewählt und zu Präsentationsterminen eingeladen. Die Wahl des Kreises fiel dann auf Michael Thillmann, der in der Vorwoche offiziell den Zuschlag erhalten hatte. Der Architekt aus Koblenz verfügt über weitreichende Erfahrungen auf dem Gebiet. Große Senioreneinrichtungen wurden von ihm in Koblenz, Marburg oder Boppard konzipiert oder wie in Korschenbroich auf die Zukunft ausgerichtet.

"Die Ansprüche der Senioren und damit die der stationären Altenpflege haben sich in den zurückliegenden Jahren grundlegend verändert", spricht Thillmann die neuen Erkenntnisse an. Und so haben für ihn Einzelappartements — eingebettet in Hausgemeinschaften — im Trend zum Hotelcharakter Priorität. Auf Details wollte sich Thillmann noch nicht festlegen lassen. "Das ist noch zu früh", warb er um Verständnis.

Sobald die Pläne dem zuständigen Betriebsausschuss vorgestellt werden, will Jürgen Steinmetz parallel dazu Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige umfassend über die geplante Maßnahme informieren. "Natürlich werden wir auch das Modell zeigen", versicherte Dr. Hans-Ulrich Klose als Vorsitzender des Betriebsausschusses. Mit großen Störungen sei nicht zu rechnen, im Gegenteil. Viel mehr spricht Klose die Abwechslung an: "Ein Umbau bringt auch Leben in die Einrichtung."

Die Bauzeit für den Gebäuderiegel entlang der Freiheitsstraße gibt Steinmetz mit zwölf bis 14 Monaten an. Er geht von voraussichtlich drei Bauabschnitten und einer Investitionssumme von gut sieben Millionen Euro aus: "Mit Abschluss der Maßnahme wird sich an der Bewohnerzahl aber nichts verändern."

(NGZ)