1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Korschenbroich: Seniorenberater für Sicherheit

Korschenbroich : Seniorenberater für Sicherheit

130 Senioren wurden 2009 Opfer einer Straftat. Damit sich dies in Korschenbroich nicht wiederholt, haben sich Stadt und Kreispolizei zusammengeschlossen. Elf Ehrenamtler wurde jetzt zum Seniorenberater geschult.

Senioren gehören zu der Bevölkerungsgruppe, die nicht nur in Korschenbroich zu Geschädigten besonders skrupelloser Straftäter werden. Mit dem "Enkeltrick" oder dem "Glas-Wasser-Trick" verschaffen sich die Täter immer wieder Zutritt zu Wohnungen, um Geld und Wertsachen zu stehlen. Aber auch der scheinbar freundliche Handwerker im Blaumann kommt nicht immer in ehrlicher Absicht. 130 Menschen, die älter als 60 Jahre waren, wurden im Jahr 2009 im Korschenbroicher Stadtgebiet Opfer solcher Taten. Mit dem neuen Aktionsbündnis "Seniorensicherheit in Korschenbroich" und einem entsprechendem Präventionskonzept wollen die Stadt Korschenbroich und die Kreispolizei gemeinsam dem Trend entgegenwirken.

Für Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Bürgermeister Heinz Josef Dick ist es ein Muss, für das neue Aktionsbündnis zu werben. "Ältere Menschen sind deshalb so beliebte Opfer, weil sie vielfach eher vertrauensselig als misstrauisch und im Ernstfall körperlich nicht zur Gegenwehr fähig sind", erklärt der Landrat in seiner Funktion als Polizeichef. Petrauschke wirbt für besondere Wachsamkeit und für den Polizeikontakt über die Rufnummer 110.

Kriminalhauptkommissar Franz- Josef Rytlewski hat mit der Stadt in einer gemeinsamen Initiative zunächst elf Frauen und Männer im Alter von 46 bis 73 Jahren ausgebildet, die jetzt auf örtlicher Ebene als Multiplikatoren in ihrem sozialen Umfeld aktiv werden sollen. Christiane Gerlach (46) ist eine von den elf Seniorenberatern, die gestern mit einer entsprechenden Urkunde ausgezeichnet wurden. Die Kleinenbroicherin, vor 20 Jahren selbst Opfer eines Betrugsdeliktes, fällt altersmäßig aus dem Rahmen: "Ich arbeite ehrenamtlich für den VdK und habe daher viel Kontakt zu älteren, kranken Menschen." Für Andreas Humpesch (70) war es eine Selbstverständlichkeit, sich schulen zu lassen: Er will im Vier-Augen-Gespräch für mehr Wachsamkeit werben. Er weiß auch: "Die Senioren müssen zunächst eine Hemmschwelle überwinden, um über die 110 bei der Polizei Rat zu erfragen oder schnelle Hilfe einzufordern."

Die älteren Menschen sollen erfahren, mit welchen Tricks Betrüger arbeiten. Ein spezieller Aufkleber mit dem Hinweis Tel. 110 an der Innenseite der Haustüre soll daran erinnern, Fremden nicht leichtfertig die Türe zu öffnen. "Die Seniorenberater sind keine Hilfspolizisten, die schauen, was andere falsch machen", so der Landrat. "Sie sollen vielmehr erklären, mit welchen Tricks Kriminelle arbeiten."

(NGZ)