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Korschenbroich: Sekundarschule: Eltern skeptisch

Korschenbroich : Sekundarschule: Eltern skeptisch

Die Anmeldezahlen für Haupt- und Realschule sinken aufgrund der demografischen Entwicklung. Für Bürgermeister Dick ist die neue Schulform "Sekundarschule" die Lösung. Diese stellte er den betroffenen Eltern jetzt vor.

Mit gerade einmal 18 Anmeldungen hat die Hauptschule Korschenbroich es in diesem Jahr noch knapp geschafft, eine neue fünfte Klasse zu gründen. Für die Gründung einer neuen Schulklasse ist 18 jedoch die Mindestzahl. Eine ziemlich knappe Angelegenheit. Oder wie Bürgermeister Heinz Josef Dick sagt: "Das ist ja kein Zustand."

Bei einem Informationsabend im Forum der Realschule in Kleinenbroich informierte er gemeinsam mit Realschullehrer Andreas Müller jetzt die Eltern der angehenden Fünftklässler über die Pläne der Stadt. Eine Sekundarschule soll die optimale Schulform und eine Lösung für das Problem sein. Doch die Eltern reagierten zunächst skeptisch. Weder der Bürgermeister noch der Realschullehrer konnten ihre Überzeugung bezüglich der Sekundarschule auf die anwesenden Eltern übertragen. Viele reagierten skeptisch und hinterfragten die neue Schulform: "Habe ich das richtig verstanden? 25 Kinder in einer Klasse, mit einem Lehrer – wie soll da individuelle Förderung funktionieren?"

"Eine Schule für alle Kinder"

Das Prinzip der Sekundarschule klingt zunächst vielversprechend. Alle Kinder, egal ob sie zu den "guten" oder "schlechten" Schülern zählen, sollen gemeinsam lernen. In den ersten beiden Jahren – der sogenannten Orientierungsstufe – ist das dann auch tatsächlich der Fall. Danach bestünde die Möglichkeit, die Klassen weiter zu differenzieren. Jedoch strebe Korschenbroich die "integrative Form" – also ein gemeinsames Lernen bis zur zehnten Klasse – an. "Bei dieser Schulform sind auch Methoden wie das sogenannte Team-Teaching vorgesehen. Das bedeutet, dass sich zwei Lehrer gleichzeitig um eine Klasse kümmern. Ich hatte das Glück einmal eine Deutschklasse im Team mit einem Kollegen zu unterrichten, was für mich eine tolle Sache war. Während nämlich der eine Lehrer vorne weiter erklärt, kann sich der andere beispielsweise um einzelne Schüler kümmern", erklärt Andreas Müller. Auch das sogenannte "Peer-Tutoring" soll es an der Sekundarschule geben. Dabei helfen stärkere Schüler ihren schwächeren Mitschülern in bestimmten Fächern. "Eine Methode, die nur funktioniert, wenn auch wirklich Kinder mit unterschiedlichen Lernniveaus in der Klasse sitzen", so Müller.

Letztendlich bleibt die Entscheidung bei den Eltern. Die Auswertung der Fragebögen entscheidet über das weitere Vorgehen. Sind zu viele dagegen, wird es keine Sekundarschule geben. "Eine neue Schule ohne genügend Anmeldungen wäre schließlich sinnlos", so Dick.

(NGZ)