Seit Freitagabend läuft die 37. Auflage des Quirinus-Cups in Neuss

Handball : „Oranje boven“ beim Quirinus-Cup

Insgesamt 25 Handball-Teams aus den Niederlanden sind im Rhein-Kreis im Einsatz.

Seit dem ersten Quirinus-Cup 1983 gilt: Die letzten Stunden vor Turnierbeginn sind die mit Abstand forderndsten, gilt es doch, die bei der mittlerweile 37. Auflage rund 1700 Nachwuchs-Handballer aus neun Nationen „ins Nest zu holen“, sagt Martin Eggert, Vorsitzender des gastgebenden Neusser HV. Der Check-in im Schulzentrum an der Weberstraße, wo an den drei Tagen bis zur Finalrunde am Pfingstsonntag ab 14 Uhr in der Elmar-Frings-Sporthalle mehr als 1000 Jugendliche untergebracht sind, erfordert daher absolutes Fachpersonal.

Dieser diffiziele Job liegt schon mal hinter den so gut wie unsichtbaren, aber dringend benötigten Ehrenamtlern – seit Freitagabend kämpfen knapp 150 Mannschaften in elf Hallen um den Einzug in eines der neun Endspiele von der gemischten E- bis zur männlichen A-Jugend (19 Uhr). Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dürfte es dann auf der Tribüne wieder „Oranje boven“ heißen, denn die Handballer aus den Niederlanden stellen mit insgesamt 25 Mannschaften – darunter die bärenstarken Mädels der Handbalschool Brabant (7) sowie der HV Quintus aus Wateringen und der E.H.V. Eindhoven (je 5) – das größte Kontingent.

Für Qualität bürgen zudem die zwölf Teams aus Kroatien. Der RK Trnje und der weibliche Nachwuchs aus der Neusser Partnerstadt  Rijeka  (Zamet) sind ebenso Stammgäste wie die Jungs der Zagreb Handball Federation, zum ersten Mal mit drei Mannschaften tritt der Hauptstadtklub Rukometni Kub „Medveščak“ an. Längst zum Inventar des Turniers zählen die Talente von Dukla und Slavia Prag, Sokol Pisek und aus Strakonice (alle Tschechien) sowie die weibliche A- und B-Jugend aus dem polnischen Gliwice (Gleiwitz). Sein vielen Jahren für Klasse und ausgezeichnete Stimmung sorgen die jungen Handballerinnen des der Stadt Grevenbroich partnerschaftlich verbundenen ZRK Celje (Slowenien). Rumänien ist mit dem HC Buhusi prominent verbunden, die Moldawier aus Chisinau legen die mehr als 2000 Kilometer bis nach Neuss zum ersten Mal nicht mit dem Bus (22,5 Stunden), sondern mit dem Flieger zurück.

Stolz ist Eggert auf die Zusage der Niederrhein-Auswahl. Die von Julian Bauer trainierte Truppe geht bei der männlichen C-Jugend an den Start, mit 26 Mannschaften nicht nur der teilnehmerstärkste, sondern auch der qualitativ am besten bestückte Jahrgang. Eggert: „Das Turnier ist unfassbar stark aufgestellt.“ Mit dabei ist unter anderem der Nachwuchs des Erstligisten Rhein-Neckar Löwen, der im Finale auf den Westdeutschen Meister TSV Bayer Dormagen, den VfL Gummersbach, VfL Eintracht Hagen, HSV Magdeburg, Zagreb, Chisinau, Tourcoing Handball aus Frankreich oder eben die HVN-Auswahl treffen könnte.

Für lokale Präsenz sorgen neben den Gastgebern – etwa durch die weibliche D-Jugend des Neusser HV, die sich mit 18:6-Punkten und 193:181-Toren vor der HSG Eller 04, TuS Reuschenberg und der SG Unterrath den Titel im Handballkreis Düsseldorf/Neuss gesichert hatte – außerdem die Co-Veranstalter HSG Neuss/Düsseldorf,  TSV Norf, HG Kaarst/Büttgen sowie die Debütanten TuS Treudeutsch Lank und Meerbuscher HV, dessen Geschäftsführer Markus Knychas schon ganz aus den Häuschen ist: „Wir freuen uns riesig darauf, Teil dieses Handball-Highlights in der Region zu sein.“ Und Lanks Abteilungsleiter Alexander Gronwald ergänzt euphorisch gestimmt: „Das Turnier ist europaweit bekannt, deshalb ist es eine Ehre für uns, als Mit-Ausrichter dabei zu sein.“

Bemerkenswert: Fast 80 Schiedsrichter (drei Gespanne pro Halle) des HVN sowie der  Handballkreise Bergischer Kreis, Düsseldorf, Wesel, Mönchengladbach und des HV Nordrhein sind im Einsatz.

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