Mutwillige Zerstörung von Vogelscheuchen: "Seid mutig und stellt Euch"

Mutwillige Zerstörung von Vogelscheuchen : "Seid mutig und stellt Euch"

"Hallo, Vogelscheuchen-Zerstörer! Wir sind sehr traurig." Die Kinder der Klasse 4c der Gemeinschaftsgrundschule Glehn sind bestürzt über die mutwillige Zerstörung der Vogelscheuchen, die sie am letzten Schultag vor den Herbstferien am Ortsausgang Richtung Schlich auf einem Feld aufgestellt hatten, und richten sich in einem offenen Brief an die Missetäter.

"Warum habt Ihr unsere Vogelscheuchen zerstört? Ihr habt in zehn Minuten kaputt gemacht, woran wir zwei Monate gearbeitet haben. Denkt Ihr, wir haben das umsonst gemacht?" Immerhin hatten die 21 Schüler gemeinsam mit einigen Müttern jede Menge Arbeit in die Vogelscheuchen gesteckt: Die Mütter stellten die Holzkreuze zur Verfügung, die Kinder trugen Kleider zusammen. "Das musste ja auch alles mit Stroh ausgefüllt werden, damit die Körper plastisch wirken", so die Lehrerin. Sogar ein Gesicht mit Augen aus Kastanien bekamen die überlebensgroßen Strohpuppen. Die Kleidung musste schließlich so angebracht werden, dass sie beim ersten Windstoß nicht gleich wegflog.

In der Nacht zum Sonntag schlugen bisher unbekannte Täter den Vogelscheuchen die Köpfe ab und zerlegten sie in Einzelteile, die laut Klassenlehrerin Frauke Castrop anschließend auf dem Feld herumlagen. "Das war das erste, was die Kinder mir nach den Ferien erzählten. Sie waren furchtbar enttäuscht", schildert die Lehrerin. Ihre Schüler hätten nicht locker gelassen, ehe sie ihnen versprochen habe: "Der Sache gehen wir nach." Die Kinder schlugen vor, überall im Ort Schilder aufzustellen, die Glehner um Hinweise auf die Täter zu bitten, und die Übeltäter aufzufordern, sich zu stellen.

"So hoch wollte ich das dann doch nicht hängen", sagte Frauke Castrop im Gespräch mit der NGZ. So stellte die Schule Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und die Schüler machten ihrer Traurigkeit in dem Brief Luft. Nicht nur die Kinder waren bestürzt. Hatten die Vogelscheuchen doch 14 Tage aufrecht an ihrem Platz gestanden und waren vielen Glehnern aufgefallen. "Auch die Eltern haben mich gleich am Sonntag angerufen und im Kollegium hat jeder darüber gesprochen", sagt die Lehrerin. Dass sie nicht die einzigen sind, denen die Zerstörung ihrer Vogelscheuchen zu Herzen geht, wissen auch die Kinder: "Auch der Bauer ist traurig. Der hatte uns extra ein Feld zur Verfügung gestellt", schreiben sie den Tätern und fordern sie auf: "Seid mutig und stellt Euch!" vado

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE