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Sechs neue Tennis-Profis für den TC BW Neuss

Tennis : Ostpower trifft aufs Feuer Südamerikas

Mit sechs neuen Spielern geht der Tennisclub (TC) Blau-Weiss Neuss in seine am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den TK GW Mannheim startende 37. Bundesliga-Saison. Bei der Auswahl hatten Teamchef Marius Zay und Spielertrainer Clinton Thomson offensichtlich ein gutes Händchen.

Sie kommen vor allem aus dem Osten Europas, aus Polen, Rumänien, Weißrussland, Ungarn und Tschechien – ihr Job ist klar: Sie sollen entscheidend daran mitwirken, dass der in die  Tennis-Bundesliga zurückgekehrte Deutsche Rekordmeister TC BW Neuss seine 37. Saison im Oberhaus mit dem Klassenverbleib krönt. Die sechs neuen Profis von Blau-Weiß  im Kurzporträt:

● Hubert Hurkacz (21) Der junge Pole geht seit Monaten steil, schoss in der Weltrangliste von Rang 384 (Anfang 2017) auf 171. Alleine im laufenden Jahr stand der als Nummer eins für sein Heimatland tätige Davis-Cup-Spieler bei Challenger-Turnieren je einmal im Finale und Halbfinale sowie zweimal im Viertelfinale. Dabei schlug er auch seinen zukünftigen Teamkollegen Attila Balazs. Seine große Stärke: Stolze 1,96 Meter befähigen den in Breslau lebenden und trainierenden Senkrechtstarter zu extrem guten Aufschlägen. Ihn zu breaken, ist damit echte Schwerstarbeit. Zudem kommt er auf allen Belegen gut zurecht.

● Marius Copil (27) Kehrte auf Empfehlung seines an der Jahnstraße hochgeschätzten Landsmanns Adrian Ungur zurück nach Neuss, wo er bereits 2016 unter Vertrag stand, aber nicht zum Einsatz gekommen war. Der 1,93 Meter große Rumäne, Fan des Fußball-Erstligisten FC Bayern München,  entstammt einer sportlichen Familie:  Sowohl sein Vater (Rugby) als auch seine Mutter  (Handball) waren für Rumänien international im Einsatz. 2018 war bislang ein gutes Jahr für ihn: Im Februar bestritt er in Sofia sein erstes Finale auf der ATP World Tour 250, unterlag jedoch dem Bosnier Mirza Basic mit 6:7, 7:6 und 4:6. An der Seite Ungurs, mit dem er auch im Davis-Cup antritt, gewann er das ATP-Turnier in Bukarest.

● Uladzimir Ignatik (27) Ein unermüdlicher Kämpfer und damit für jeden Gegner höchst unangenehm zu spielen. Trug in der vergangenen Saison das Trikot des TC Großhesselohe in der 2. Liga Süd. Der Weißrusse, aktuell die Nummer 216 der Welt, heimste bereits Titel bei fünf Challenger-Turnieren ein. 2016 triumphierte er beim mit 85.000 US-Dollar dotierten ATP-Challenger im slowakischen Bratislava in der ersten Runde gegen den topgesetzten Florian Mayer (ATP 52). Er bezwang den ehemaligen deutschen Daviscup-Spieler (einst die Nummer 18 der ATP-Weltrangliste) mit 3:6, 7:6 und 7:6.

● Attilia Balazs (29) Kennt die Felder in der Bundesliga aus dem Effeff, war im Vorjahr  für den TC BW Oberweier (2. Liga Süd) am Ball, blieb dabei in seinen fünf Einsätzen sowohl im Einzel als auch im Doppel ungeschlagen. In Neuss ist der Ungar nun wieder vereint mit seinem Spezi Mate Valkusz, der mit den Blau-Weissen in der vergangenen Saison aufgestiegen  war. Zu seiner besten Zeit belegte der nur 1,80 Meter große Mann aus Budapest Rang 153 der Weltrangliste (2010). Nach einer Verletzung hätte er seinen Schläger fast schon aus der Hand gelegt, inzwischen weist ihn das Tableau wieder auf Platz 182 aus.

● Vaclav Safranek (24) Auch der 1,85 Meter große Tscheche verfügt über wertvolle Erfahrung im Tennis als Mannschaftssport, lief in der Vorsaison für den Zweitligisten TC Iserlohn auf. Zu Beginn des Jahres qualifizierte sich der Tscheche für das Hauptfeld der „Australian Open“. In der ersten Runde des Grand-Slam-Turniers zog er gegen seines Landsmann Jiri Veselý mit 4:6, 3:6 und 3:6 den Kürzeren. Die Nummer 251 der Weltrangliste (beste Platzierung: 191) spielt am liebsten auf Asche, auf der seine Dienste auch vom starken tschechischen Davis-Cup-Team geschätzt werden.

Gonzalo Lama (25) Die einzige Neuverpflichtung der Neusser ohne osteuropäischen Hintergrund. Dafür passt der Chilene, 1,80 Meter groß, 82 Kilogramm schwer, perfekt ins Anforderungsprofil des Aufsteigers: Er ist ein absoluter Experte auf Asche, zählt zur Spezies der „Sandplatzwühler“.  Mitte 2016 hatte sich der Südamerikaner mal bis auf Platz 160 der Weltrangliste nach vorne gearbeitet, dann jedoch warf ihn eine schwere Verletzung weit zurück (aktuell 414). An seinem Gürtel hängen unter anderem die Skalps der in der Bundesliga auch schon in Neuss aktiven Potito Starace und  Robin Haase. Sein Vorbild: Fernando González, Gewinner der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen an der Seite von Nicolás Massú (beide Chile).