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Korschenbroich: Sebastianer suchen neuen Chef

Korschenbroich : Sebastianer suchen neuen Chef

Nach dem Rücktritt von Paul van den Weyer übernimmt bei der St.-Sebastianus-Bruderschaft in Glehn Stellvertreter Stephan Lipgens kommissarisch die Funktion des Brudermeisters. Die Suche nach einem Nachfolger läuft.

Bis auf weiteres bleiben die Glehner Sebastianer ohne gewählten Brudermeister: Bei der zum Patronatsfest abgehaltenen Generalversammlung erklärte der erst vor einem Jahr gewählte Amtsinhaber Paul van de Weyer (48) aus familiären Gründen seinen Rücktritt.

Auch wenn sich in der Gaststätte "Alt Glehn" kein Nachfolger fand, wird die 1440 gegründete Bruderschaft nicht führungslos sein. Kommissarisch leitet sie van de Weyers Stellvertreter Stephan Lipgens (39), dem die übrigen Vorstandsmitglieder verstärkt zur Hand gehen wollen. "Bis spätestens zur nächsten Generalversammlung" — also im Januar 2013 — , soll es nach Lipgens' Worten einen regulären Kandidaten geben. Findet sich bereits früher ein Bewerber, will die Bruderschaft kurzfristig eine außerordentliche Versammlung einberufen. Stefan Rothausen, der bis 2011 sechs Jahre lang Brudermeister war, winkte bereits während des jetzigen Treffens ab.

Die vom Vorstand favorisierte Lösung, gleichsam "kollektiv" die Funktion des Brudermeisters wahr zu nehmen, verwarfen die Mitglieder: "Das Kind muss doch einen Namen haben", brachte Andreas Humpesch die Bedenken auf den Punkt. Stephan Lipgens, der seit zwei Jahren stellvertretender Brudermeister ist, strebt den vakanten Posten nicht an — den einst übrigens sein Großvater Matthias Brockers innehatte. Der verheiratete Vater dreier Söhne und einer Tochter führt ein eigenes Unternehmen und hat schlichtweg nicht die Zeit für das exponierte Ehrenamt. Wesentlich unproblematischer als die Suche nach einem neuen Brudermeister gestalteten sich die beiden turnusgemäß fälligen Wahlen. Neuer stellvertretender Schriftführer ist der amtierende Bruderschaftskönig Max Zimmermann, der den nicht mehr zur Wahl stehenden Stefan Kinski ablöste. Um die Finanzen wird sich weiterhin Uwe Kames kümmern.

Gleich zu Beginn des Treffens nahm Paul van de Weyer eine seiner letzten Amtshandlungen vor und stattete den neuen Jungkönig Kevin Breuer mit der Königskette aus. Als Minister stehen Breuer während des kommenden Jahres Johannes Weidenfeld und René Rothausen zur Seite.

Gleichsam als "Vermächtnis" hatte Paul van de Weyer den Mitgliedern die Rückkehr "zu den Wurzeln einer christlich-karitativen Bruderschaft" ans Herz gelegt. Der "gedeihliche Umgang miteinander" seit "weitgehend verloren gegangen". Allzu viele Aktionen hätten sich zuletzt "nur unter größter Mühe weniger" umsetzen lassen. Gleichwohl könne die Adventsaktion zugunsten der "Glehner Sorgenkinder" — das wichtigste Projekt der Sebastianer — "letztendlich als zufriedenstellend bewertet werden.

(NGZ/url)