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Fußball: SCK-Trainer Chiquinho nimmt die erfahrenen Spieler in die Pflicht

Fußball : SCK-Trainer Chiquinho nimmt die erfahrenen Spieler in die Pflicht

Vor dem Auswärtsspiel des SC Kapellen am Sonntag beim VfB Hilden stand beim Fußball-Oberligisten vor allem der Torabschluss auf dem Trainingsplan.

Die Aufgabe als Trainer ist nicht immer dankbar. Unter der Woche ist er der Chef auf dem Platz, doch während des Spiels ist der Einfluss arg beschränkt. Läuft irgendetwas nicht nach Wunsch, bleiben bis auf Auswechselungen nicht viel mehr als gute Ratschläge von der Seitenlinie.

Diese Erfahrung musste Chiquinho, Trainer des Fußball-Oberligisten SC Kapellen, erst am vergangenen Wochenende bei der ersten Saisonniederlage machen. Zwar wechselte der 39 Jahre alte Brasilianer bereits nach rund einer halben Stunden zum ersten Mal aus, viel verändern konnte er damit dennoch nicht. Am Ende hieß 2:0 für die Gäste von Schwarz-Weiß Essen.

Das ist für den SCK, der sich ohnehin "nur" den Klassenerhalt auf die Fahnen geschrieben hat, kein Beinbruch. Vor allem mit Blick auf das 3:0 ersten Spieltag in Baumberg und die im Schnitt erst 22 Jahre alte Truppe. Aber die Art und Weise der Niederlage stimmte den Trainer dann doch nachdenklich.

Diese wäre mit etwas mehr Kaltschnäuzigkeit und Erfahrung durchaus zu vermeiden gewesen. In beiden Hälften ließ der SCK reihenweise Chancen aus und brach dann nach den Gegentoren jeweils ein. "Wir haben nicht schlecht gespielt, wenn wir eine Chance nutzen, läuft das Spiel anders", sagt der Coach, der den Fokus im gestrigen Training deswegen auf den Torabschluss legte. Aber der Ex-Profi weiß genau: Training ist Training, Spiel ist Spiel.

So nimmt Chiquinho den erfahrenen Teil seiner Mannschaft wie Dalibor Cvetkovic (29) vor der Partie am Sonntag (15 Uhr) beim Aufsteiger VfB Hilden besonders in die Pflicht: "Wir haben ältere Spieler, die auch dafür da sind, die jüngeren zu pushen. Das müssen nicht immer nur wir Trainer machen. Auf dem Platz müssen sie das Kommando übernehmen", sagt der Coach, der grundsätzlich von der Leistungsstärke seines Kaders überzeugt ist: "Die Jungs haben alle Qualität, sonst hätten wir sie abgegeben. Aber man darf nicht vergessen, dass einige letztes Jahr A-Jugend gespielt haben. Der Sprung in die Oberliga ist groß." Das gilt für Ömer Okyar, Germanos Ioannidis und Celal-Can Yücel, den der Trainer die fünfte Liga spielerisch zutraut. Aber es gibt eben auch andere Erfolgsfaktoren: Laufbereitschaft, Zweikampfstärke, Robustheit, Abgezocktheit.

Dass der junge Teil des Teams diese Fähigkeiten eben noch nicht vollends ausgeprägt habe, "ist nach zwei Spielen normal", sagt Chiquinho. Man könne nicht verlangen, dass sofort alles klappt, "das ist ein langer Prozess, der die ganze Saison dauert", weiß der Coach, der trotzdem überzeugt ist, dass sein Team in Hilden besteht: "Wir sind die stärkere Mannschaft, müssen unsere spielerische Überlegenheit aber in Toren umwandeln." Dabei kann der Trainer allerdings nur zugucken.

(bes)