Fußball : SCK so gut wie gesichert

Ohne sein eigenes Zutun hat Fußball-Niederrheinligist SC Kapellen plötzlich den Klassenverbleib so gut wie in der Tasche. Gestern verkündete der insolvente NRW-Ligist 1. FC Kleve, dass er direkt in die Landesliga geht.

Eigentlich hatte sich der SC Kapellen fest vorgenommen, morgen im nächsten Heimspiel gegen den SV Straelen mit einem Sieg den nächsten großen Schritt zum sicheren Klassenverbleib zu machen. Doch seit gestern ist klar, dass die Erftstädter fast nicht mehr absteigen können. Weil der insolvente NRW-Ligist 1. FC Kleve auf sein Startrecht in der Niederrheinliga verzichtet und einen Neuanfang in der Landesliga angehen will, gibt es Stand jetzt nur vier Absteiger. Es sei denn aus der NRW-Liga würde doch noch der VfB Homberg herunterkommen. So ist aktuell Rang 16 der Relegationsplatz, und auf den kann der SCK mit jetzt 43 Zählern nicht mehr abrutschen.

Denn dort rangiert derzeit die Reserve von RW Essen (33) mit einem Spiel mehr als die Erftstädter (32) und 29 Punkten. Und 14 Zähler Rückstand sind für die Essener in drei Partien nun mal nicht aufzuholen. Trotzdem werden auch die Essener den Verzicht von Kleve mit großer Freude aufgenommen haben. Zwar stehen die Chancen eher schlecht, dass RWE noch den sieben Punkte besseren 1. FC Bocholt einholt und direkt in der Klasse bleibt, doch dafür gibt es die Aussicht in einer Relegation gegen die drei Landesliga-Vizemeister die Saison noch versöhnlich abzuschließen. "Natürlich haben wir auch immer mit einem Auge auf die Lage in Kleve geschaut. Doch es ist viel besser, wenn man seine Ziele aus eigener Kraft erreicht", betont Kapellens Trainer Markus Anfang. Deswegen sieht er auch keine Probleme, seine Mannen trotz der neuen Voraussetzungen für die Heimpartie gegen Straelen zu motivieren. "Wir spielen für unseren Tabellenplatz, da wollen wir das Beste herausholen."

Und bei den engen Abständen im Mittelfeld der Tabelle ist für die Erftstädter noch ein einstelliger Tabellenplatz drin. Vorausgesetzt die nötigen Punkte werden noch geholt. Dass das gegen Straelen möglich ist, hat das Hinspiel gezeigt, als die Kapellener nach einem 0:1-Rückstand noch 2:1 gewannen. "Straelen hat uns alles abverlangt. Ich hoffe, dass wir die Leistung von damals wiederholen können", meint Anfang. In dieser Hinsicht von großer Bedeutung ist, dass die personellen Voraussetzungen stimmen. Immerhin sieht es so aus, als kehrten wichtige Spieler für die Vierer-Abwehrkette zurück. Weil Valentin Rittmann, Arthur Graf und Simon Kozany wieder fit sind, könnten zum Beispiel Kevin Scholz und Robert Niestroj wieder auf ihre angestammten Positionen im offensiven Mittelfeld wechseln. Deniz Yedek verletzte sich zwar am Mittwoch gegen Hönnepel, doch trotz anhaltender Kniebeschwerden kann Benjamin Schütz wohl wieder von Beginn an spielen. Anfang: "Es wäre schön, wenn es endlich mal wieder zu einem Heimsieg reichen würde."

(NGZ)