Fußball : SCK schwebt auf Wolke sieben

Mit einem Paukenschlag haben sich die Niederrheinliga-Fußballer des SC Kapellen in die Winterpause verabschiedet. Wie schon im Hinspiel triumphierten die Mannen von Trainer Markus Anfang mit 2:0 gegen den turmhoch favorisierten Aufstiegsaspiranten TuRU Düsseldorf.

Düsseldorf Für einen kurzen Moment fiel alle Anspannung eines langen und extrem fordernden Jahres von Markus Anfang ab. Während seine Jungs den höchst beglückenden 2:0-Erfolg (Halbzeit 1:0) bei der TuRU Düsseldorf noch auf dem Platz mit der Triumph-Arie "Auswärtssieg! Auswärtssieg!" feierten, stellte der Trainer des Fußball-Niederrheinligisten SC Kapellen mit glänzenden Augen fest: "Ich ziehe den Hut vor dieser Mannschaft – so wie sie das Jahr begonnen hat, so hat sie es auch beendet."

Der erneute Coup gegen den Titelkandidaten, der die 0:2-Pleite im Erftstadion zum Saisonstart noch als Betriebsunfall verbucht hatte, nahm Anfang als Blaupause für die Zukunft, aber auch für die vergangenen Monate. "Wir müssen uns alles hart erarbeiten und gehen dabei immer ans Limit." Am Samstag hieß das: Simon Kozany erfüllte seinen Part in zentraler Position der Viererkette mit angeschwollenem Knie, der junge Patrick Wesoly verrichtete auf der linken Außenbahn seinen Dienst mit schmerzender Ferse. Und trotzdem begannen die Gäste forsch und hätten schon nach zwölf Minuten vorne liegen können, ja müssen. Wie zum Beispiel Düsseldorfs Keeper Jonas Agen an den aus kurzer Entfernung per artistischer Volleyabnahme Richtung Tor gehämmerten Ball von Robert Niestroj noch irgendwie ein abwehrendes Körperteil brachte, schien unerklärlich. Ebenso spektakulär war die Vorarbeit von Georgios Madatsidis gewesen. Die sichtlich irritierten Hausherren, die eine Woche zuvor noch Ratingen mit 8:1 verprügelt hatten, benötigten schon die Mithilfe des Gegners, um gefährlich zu werden. Prompt wurde es haarig für den SCK: Nach einem der vielen schwachen Abstöße von Kapellens Torhüter Stefan Offermann sicherte sich Daniel Rey Alonso die Kugel und hämmerte sie mit Schmackes ans Gebälk (15.). Kaum 60 Sekunden später ließ der ansonsten blasse Spielmacher Athanasios Tsourakis das Torgestänge mit seinem Geschoss aus 25 Metern erneut erzittern. In der Folgezeit hatten die Oberbilker sicher mehr vom Spiel – das Tor machten indes die von einigen Zuschauern auf der Tribüne respektlos als "Bauernlümmel" bezeichneten Gäste: Sven Raddatz fing in Höhe der Mittellinie das Leder ab und setzte es nach rasantem Sololauf eiskalt zum 1:0 (30.) flach ins rechte Eck. Dies frustrierte die Union derartig, dass sich der Ex-Büdericher Oliver Thederahn unmittelbar vor der Pause zu einer von Schiedsrichter Benjamin Keck vollkommen zu Recht mit einer Roten Karte bestraften Attacke an Patrick Becker hinreißen ließ.

In Unterzahl blies die TuRU zur Attacke, scheiterte aber entweder an Offermann (Schweers/49.) oder am Pfosten (Kandora/78.). Die vielleicht eine Spur zu passiven Gäste setzten Nadelstiche dagegen. Einer davon traf: Kevin Scholz, gerade für den ausgepumpten Frederik Leufgen gekommen, legte den Ball zum 2:0 auf den Kopf des für den angeschlagenen Raddatz eingewechselten Lars Schuchardt (65.). Klasse.

(NGZ)