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Fußball: SCK schießt sich den Frust von der Seele

Fußball : SCK schießt sich den Frust von der Seele

Ausgerechnet im Derby gegen den VdS Nievenheim kehrten die Oberliga-Fußballer des SC Kapellen in die Erfolgsspur zurück. Vor 522 Zuschauern im Erftstadion bezwangen die Hausherren den gestern ganz schwachen Neuling mit 5:0.

Manchmal entscheiden zwei Szenen über den Ausgang eines Fußballspiels. Beim 5:0-Erfolg (Halbzeit 4:0) des SC Kapellen im Oberliga-Lokalduell mit dem VdS Nievenheim waren das diese: In der zweiten Minute zwirbelte sich Swen Rommerskirchen irgendwie vor das Tor der Hausherren, doch nach seiner Hereingabe konnte Marcel Koch das Leder in höchster Not aus der Gefahrenzone befördern.

Kaum 120 Sekunden später ließ die Nievenheimer Defensivabteilung Robert Norf so unfassbar viel Platz, dass Kapellens flinker Supertechniker den Ball im Zweikampf mit dem völlig allein gelassenen Keeper Kelvin Sanchez Del Villar in aller Ruhe zur Führung ins Netz schieben konnte.

Dieser Treffer traf die Kicker des Neulings bis ins Mark. Bis zur Pause präsentierten sich die Schützlinge des "maßlos enttäuschten" Trainers Marko Niestroj wie ein Absteiger, gerieten so von einer Verlegenheit in die nächste. Der SCK nutzte die unerklärliche Schwäche seines Kontrahenten, um endlich mal sein eigentlich im Übermaß vorhandenes spielerisches Potenzial auszuleben: Andrej Hildenberg, der später übel an der Schulter verletzt ausscheiden musste, bediente Benny Schütz steil zum 2:0 (13.).

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Nach einem Doppelpass mit Sven Raddatz, dessen lauf- und lautstarker Vortrag im zentralen Mittelfeld stilprägend für den Auftritt der gesamten Mannschaft war, erhöhte wiederum Robert Norf gelassen auf 3:0 (30.). Noch vor dem Seitenwechsel legte erneut Hildenberg nach robustem Körpereinsatz gegen Nils Dubbert, der in der Innenverteidigung für den glücklichen, aber geschafften Vater Mehmet Yilmaz an die Seite von Sascha Pelka gerückt war, Benny Schütz sogar den Treffer zum 4:0 (35.) auf.

Kein Wunder, dass sich der arg in der Kritik stehende Trainer Frank Mitschkowski mächtig zufrieden mit dem Auftritt seiner Jungs zeigte. "Wir haben in dieser Woche viele gute Gespräche geführt, und es war deutlich zu spüren, wie heiß die Mannschaft auf dieses Spiel war."

Auch seine taktischen Maßnahmen gingen auf: Robert Norf stellte den Aufsteiger auf der linken Außenbahn im Verbund mit dem erst am Freitag aus Japan zurückgekehrten Dalibor Cvetkovic vor unlösbare Probleme. Dazu fütterten Raddatz. Wilschrey und Leufgen die Offensivspieler immer wieder mit trockenen flachen Pässen.

In der Abwehr vertrauten sie darauf, dass die physisch starken Robin Kreis und David Dygacz die oft hoch nach vorne geschlagenen Bälle abgingen. "Das hat sehr gut funktioniert", lobte Mitschkowski, der in den vergangenen Tagen vor allem als Psychologe gefragt war. Komplett anders stellte sich die Gemütslage bei seinem Kollegen da. Für Niestroj war die Partie ein klarer Rückschritt in der Entwicklung des Teams. "Wir waren viel zu blauäugig", monierte er.

Das Fehlen von Mehmet Yilmaz und die Leistung seines Vertreters Nils Dubbert wollte er nicht als Grund für die Probleme im Abwehrverbund anführen. "Natürlich gehört der Kapitän auf den Platz", sagte er, "aber daran lag es heute nicht". Einzelkritik vermied er, zur Pause kümmerte er sich jedoch um die gravierenden Mängel auf der rechten Abwehrseite, ersetzte die gestern indisponierten Tim Rohde und Swen Rommerskirchen (Niestroj: "Das geht in der Oberliga gar nicht.") durch Jimmy Mbiyavanga und Johannes Meuter.

Dem zur Pause befürchteten Debakel entgingen die Gäste auch deshalb, weil Kapellen im zweiten Abschnitt nicht mehr so gnadenlos effektiv nach vorne spielte. Ein Heber von Robert Wilschrey, mit dem er Kelvin Sanchez Del Villar freilich nicht wirklich in Bedrängnis bringen konnte, blieb für lange Zeit die einzige nennenswerte Offensivaktion der Partie.

Erst in der Schlussphase wurde es noch einmal gefährlich für die im Angriff komplett harmlosen Gäste. Der eingewechselte Alexander Cule krönte eine starke Kombination über Frederik Leufgen und Robert Norf mit seinem Tor zum 5:0-Endstand. Ein Ergebnis, das den SCK auf den sicheren zwölften Rang springen lässt. Nievenheim dagegen fällt wieder auf einen Abstiegsplatz zurück.

(NGZ)