Fußball : SCK lädt seinen Akku auf

Nach physisch und psychisch extrem fordernden Wochen hatte Trainer Markus Anfang seinen Niederrheinliga-Fußballern zuletzt ein paar Tage freigegeben. Pfingstmontag geht es für Kapellen in der Meisterschaft zum bereits abgestiegenen Tabellenschlusslicht SV Straelen.

Was macht Markus Anfang eigentlich, wenn er nicht als Trainer des Fußball-Niederrheinligisten SC Kapellen im Einsatz ist? Nun, er ist zum Beispiel fürs Fernsehen tätig. Im Auftrag der ARD testete er zuletzt im "adidas-Check" gemeinsam mit Alexander Bade, Torwarttrainer beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln, und den B-Jugendlichen des SC West Köln Fußbälle auf ihre Tauglichkeit. "Eine sehr schöne Abwechslung", findet der Ex-Profi. Das Ergebnis des am vergangenen Montag ausgestrahlten Beitrags ist im Internet unter: www.daserste.de/information zu sehen.

Die Muße für diesen ungewöhnlichen Ausflug war da, denn nach den von einer englischen Woche gekrönten Strapazen der vergangenen Monate hatte Anfang seinen Jungs im Anschluss an den Meisterschaftskick am Sonntag gegen den SV Hönnepel/Niedermörmter (1:3) bis gestern freigegeben. "Das war einfach mal nötig." Das Zückerchen hatte sich die Mannschaft als Belohnung für die überraschend problemlos geschaffte Qualifikation für die neue Oberliga Niederrhein einfach verdient.

Komplett anders sieht die Lage beim SV Straelen, Pfingstmontag im heimischem Stadion an der Römerstraße Gastgeber des SCK (Anstoß 15 Uhr), aus. Die Truppe von Trainer Georg Kreß steht bereits als Absteiger in die Landesliga fest, was bei einer schrecklichen Rückrunde mit 13 Niederlagen in 14 Spielen nicht weiter verwunderlich ist. Von Bösinghoven auf dem rettenden 13. Rang trennen den einstigen Oberligisten zwei Spieltage vor Saisonschluss satte 17 Punkte. Im mit 5:2 gewonnenen Hinspiel hatte Kapellen seinem damaligen Gast eine Lehrstunde erteilt und zwischenzeitlich schon mit 5:0 geführt. Georgios Madatsidis hatte dabei mit drei Treffern einen Sahnetag erwischt. Keine Frage, dass er zu den Akteuren zählt, die Anfang gerne über die Saison hinaus an den Verein binden will. Bei der Auswahl des neuen Personals setzt der SCK auf Akribie. "Wir werden uns die wenigen Plätze im Kader nicht mit Spielern zuballern, die uns nicht weiterbringen", stellt Anfang klar. "Das wollen und können wir uns finanziell auch gar nicht leisten." Mehr als ein, zwei Kandidaten hat er nicht im Sinn. "Und das muss dann auch hundertprozentig passen."

Stephan Wanneck wäre ein Mann ganz nach seinem Geschmack. Der 24 Jahre alte Neusser trainiert seit seinem vorzeitigen Abschied beim NRW-Ligisten SF Siegen Ende März in Kapellen und habe sich super in die Mannschaft integriert, lobt Anfang: "Eine Saison bei uns würde ihm ganz sicher guttun." An zu hohen finanziellen Forderungen des ehemaligen Mönchengladbachers (U23) dürfte eine Einigung nicht scheitern. Wanneck ist vielmehr an einem Arbeitgeber interessiert, der ihm den Abschluss seiner in Siegen unterbrochenen Ausbildung zum Industriekaufmann ermöglicht.

(NGZ)