Fußball : SCK kommt nicht in die Gänge

Die Höhenflieger des SC Kapellen sind unsanft gelandet. Nur eine Woche nach der 0:1-Schlappe in Wuppertal unterlagen die Oberliga-Fußballer gestern vor heimischem Publikum dem Aufstiegskandidaten TuRU Düsseldorf in einem Spiel auf sehr dürftigen Niveau (zu) deutlich mit 0:3.

Kapellen Selbst nach dem Traumstart mit vier Siegen in Folge hatte Markus Anfang stets Bodenhaftung bewahrt. Und darum fiel der Trainer des Fußball-Oberligisten SC Kapellen auch nach der deftigen 0:3-Heimpleite (Halbzeit 0:1) gegen die personell deutlich üppiger ausgestattete TuRU Düsseldorf nicht aus allen Wolken. "Das kann passieren", sagte er milde.

Umso schärfer fiel sein Kommentar zu den Darbietungen der beiden Mannschaften aus. "Das war ein ganz schlechtes Spiel", stellte er in aller Offenheit fest. Da er indes nur für die Leistung des SCK zuständig ist, beschränkte er sich in der weiteren Spielanalyse auf seine Truppe. Und die bekam ihr Fett weg: "Heute hätten wir gegen keine Mannschaft der Oberliga gewonnen", sagt er. Trotz der mauen Vorstellung der Gastgeber war das Match zunächst vollkommen offen. Anfang: "Ein totes Spiel." Beide Teams, ansonsten Garanten für gehobene Fußballkunst, schienen nur auf Fehler des Kontrahenten zu warten. Den ersten Patzer leisteten sich die Gäste: Kapitän Bernd Willems ließ sich von Sven Raddatz den Ball vor dem eigenen Strafraum abluchsen, doch der so in Ballbesitz geratene Robert Niestroj verfehlte das Tor hauchdünn (8.).

Wie das besser geht, zeigte auf der anderen Seite Sebastian Schweers (22.). Als sich in der nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung noch unsortierten SCK-Defensive niemand fand, der den lässigen Vorstoß des Düsseldorfers stoppen wollte, zirkelte der Routinier das Leder in aller Seelenruhe aus rund 18 Metern zum 1:0 ins Eck. Keine Minute später hätte erneut Schweers die fehlerhafte Abwehrarbeit der Hausherren bestrafen können, er zeigte sich im Strafraum aber zu unentschlossen.

Damit war die Partie eigentlich schon gelaufen. Die matt wirkenden Erftstädter, die in Robin Kreis, Stephan Wanneck, Frederik Leufgen und Benjamin Schütz (übergab sich zur Pause in der Kabine) notgedrungen gleich vier stark angeschlagene Spieler aufgeboten hatten, waren fortan kaum mehr in der Lage, den defensiv prächtig aufgestellten Gegner zu fordern.

Dass bei den Treffern von Goalgetter Miguel Lopez-Torres binnen einer Minute zum 0:2 und 0:3 (53.) der gerade erst aus dem Kurzurlaub zurückgekehrte Patrick Becker keine allzu gute Figur abgab, ließ Anfang (öffentlich) unkommentiert. Er fand vielmehr "bezeichnend für unser Spiel heute, dass wir danach dem Gegner wie schon beim ersten Treffer durch Fehler weitere Chancen ermöglichen". Und selbst der Ehrentreffer blieb Kapellen gestern verwehrt: Sven Raddatz hatte eine Viertelstunde vor Schluss Düsseldorfs Keeper Sebastian Semper bereits ausgespielt, seinen Rollerball Richtung Tor kratzte Willems jedoch noch von der Linie.

Der angehende Fußballlehrer auf der Bank des SCK fügte sich in das an diesem Nachmittag offenbar unabwendbare Schicksal: "Wir waren heute die schwächere von zwei schwachen Mannschaften. Das war höchstens Bezirksliga-Niveau."

(NGZ)