Fußball : SCK kickt beim Tabellenführer

Nach der Gala gegen Straelen (5:2) wartet auf die Fußballer des SC Kapellen ein heißer Tanz. Am Sonntag geht es zum Überraschungsteam der Niederrheinliga. Neuling FC Kray hat noch keine Niederlage auf seinem Konto.

Kapellen Die zauberhafte Vorstellung des SC Kapellen vom vergangenen Wochenende ist ausgiebigst gewürdigt: Das Positive – die teilweise atemberaubende Präzision beim Herausarbeiten und Verwerten der Torchancen – genau wie das Negative – die ärgerlichen Konzentrationslücken in der Schlussphase, die den Gästen noch zwei Treffer erlaubten. "Wir müssen nicht 10:0 gewinnen", stellt Trainer Markus Anfang klar, "aber man muss sehr wohl darüber reden, wie die Gegentore zustande gekommen sind".

Abgehakt. "Wir haben ein Spiel gewonnen – nicht mehr und nicht weniger", sagt Anfang nüchtern. Jetzt zählen die beiden letzten Partien vor der Pause: der Auftritt am Sonntag beim noch ungeschlagenen Tabellenführer FC Kray (14.15 Uhr) und das Heimspiel am 17. Dezember gegen den Tabellendritten TuRu Düsseldorf (16.30 Uhr). Zwei knüppelharte Aufgaben für die auch schon seit sieben Spielen unbesiegten Erftstädter. "Trotzdem müssen wir zusehen, dass wir da noch punkten, um uns ein Punktepolster für die Rückrunde anzulegen", fordert Anfang, "denn die Konkurrenz wird in der Winterpause bestimmt personell nachlegen".

In der Kray-Arena an der Buderusstraße dürften die jungen Kapellener mächtig gefordert werden. Der Neuling wird nach 16 Spielen ohne eine einzige Niederlage von einer Euphoriewelle getragen. Betont gelassen darf Trainer Dirk Wißel darum feststellen: "Bislang haben wir doch alles richtig gemacht." Und weil die Essener zu Saisonbeginn niemand auf der Rechnung hatte, kann das Team um den von der Konkurrenz schon jetzt heftig umworbenen Spielmacher Soufian Rami (acht Treffer bislang) ohne jeden Druck aufspielen. Wißel: "Der Blick auf die Tabelle wird einfach zur Nebensache. Wir spielen den Fußball, den wir uns vorgenommen haben."

Anfang weiß genau, was auf seine Bubis zukommt: "Kray geht unheimlich aggressiv in die Zweikämpfe." Darum wäre es sicher von Vorteil, Routinier Lars Schuchardt (Adduktorenprobleme) könnte in die Startformation zurückkehren. Georgios Madatsidis hatte sich gegen Straelen mit drei Toren und einem Assist zwar als würdiger Vertreter erwiesen, "er hat seine Visitenkarte abgegeben" (Anfang), eine Einsatzgarantie mag der Coach dem blutjungen Vollblutstürmer indes nicht ausstellen. "Er hat auch von seinen Mitspielern profitiert, die ihm dieses Chancen gegeben haben." Zumindest wieder für die Bank infrage kommen nach langen Verletzungspausen Berkant Jumerovski und Kevin Scholz.

Die Gastgeber dürfte nicht nur die Aussicht auf die Herbstmeisterschaft antreiben. In der vergangenen Woche begannen bei ihrem an dem Hodgkin-Lymphom (bösartiger Tumor des Lymphsystems) erkrankten Kapitän Dominik "Kiki" Immanuel die Therapiemaßnahmen – das Team des Aufsteigers spielt also am Sonntag auch für seinen Leitwolf.

(NGZ)