Fußball : SCK kämpft sich durch

In einem zwar aufregenden, aber selten vergnüglichen Spiel erstritten sich die Niederrheinliga-Fußballer aus Kapellen ein verdientes 1:1 beim prominent besetzten TuS Bösinghoven. Beide Teams verwandelten einen Elfmeter.

Kapellen Nein, Spaß hatte das Duell zwischen dem Gast aus Kapellen und dem TuS Bösinghoven gestern wirklich nicht gemacht. Und so beschränkte sich Markus Anfang, besonnener Trainer der Niederrheinliga-Fußballer aus der Erftstadt, in seinem Fazit nach dem 1:1 (Halbzeit 1:0) mit Blick auf die Tabelle zunächst aufs Grundsätzliche: "Dieser Punkt hilft uns mehr als Bösinghoven."

Was die Kicker, von denen nicht wenige mit dem Ball durchaus Erbauliches anzufangen wissen, den fröstelnden Zuschauern anboten, sah über weite Strecken folgendermaßen aus: Die nach fünf Niederlagen in Folge nicht unbedingt mit breiter Brust angetretenen Hausherren hielten sich erst gar nicht lange mit ausgefeiltem Aufbauspiel auf, sondern trieben den Ball mit stupider Penetranz übers halbe Spielfeld auf die im Sturmzentrum geparkten Riesen Robert Palikuca und Kevin Dauser. Kapellen schlug eine feinere Klinge an, hatte damit aber ebenso wenig Erfolg. "Das war kein Fußball", urteilte Anfang nicht zu Unrecht, "und das lag vor allem an dem zwar langen, aber extrem schmalen Kunstrasen. Da ist ja kaum Platz zwischen Strafraum und Außenlinie."

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Vielleicht wäre den Gästen so einiges leichter von der Hand gegangen, hätte Lars Schuchardt in der fünften Minute seine hundertprozentige Torchance nicht kläglich vergeben. Spätesten, als Mehmet Yesil einen von Dalibor Cvetkovic höchst unglücklich verschuldeten Elfmeter (ihm war der Ball am äußersten Strafraumeck an die Hand gesprungen) zur schmeichelhaften Führung des TuS ins Netz beförderte (33.), nahm das Match den von Bösinghoven gewünschten Charakter an. Die abgezockte Truppe von Trainer Wolfgang Jeschke verwickelte den Gegner in teils fiese Zweikämpfe und erstickte damit jeden Spielfluss schon im Keim. Anfang konterte mit für ihn ungewohnt lautstarken Anfeuerungsrufen. "Wir mussten von außen Emotionen ins Spiel bringen, damit die Jungs die Zweikämpfe auch annehmen", begründete er. Torchancen wurden so zum Mangelprodukt.

Während der erfahrene Schiedsrichter Florian Kötter mit dem sehr intensiv geführten Spiel so seine liebe Müh' und Not hatte, erkämpfte sich der SCK, der in der 50. Minute nach Stefan Dresen (krank) eine weitere Defensivkraft ersetzen musste (Ruben Reichel verlor nach einer Kollision mit Ex-Profi Boubacar Coulibaly mindestens einen Zahn), im zweiten Abschnitt deutliche Vorteile. Doch erst ein von Patrick Becker eiskalt verwandelter Foulelfmeter bescherte ihm den hochverdienten Ausgleich (75.). "Als Lars Schuchardt im Strafraum umgestoßen wurde, hätte es noch einen Elfmeter für uns geben müssen", befand Anfang – und eilte rechtzeitig vor dem aufziehenden Unwetter in die schützende Kabine.

(NGZ)