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Fußball: SCK ist fast durch, muss aber weiter Gas geben

Fußball : SCK ist fast durch, muss aber weiter Gas geben

Mit einem Zehn-Punkte-Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz geht der Fußball-Oberligist in die letzten sechs Spiele. Nun wartet Rhede.

Chiquinho hat in mehr als zwei Jahrzehnten im Fußballgeschäft schon eine ganze Menge erlebt. Und darum lässt sich der Trainer des Fußball-Oberligisten SC Kapellen selbst von einem auf den ersten Blick komfortablen Zehn-Punkte-Polster auf den ersten Abstiegsplatz nicht einlullen. "Beruhigt bin ich erst, wenn kein Risiko mehr besteht", sagt er und mahnt: "Wir sind immer noch gefährdet."

Wie schnell es im Sport abwärts gehen kann, zeigt das Beispiel des VfL Rhede, am Ostermontag (Anstoß 15 Uhr) im etwa 2500 Zuschauer fassenden Besagroup-Sportpark an der B67 Gastgeber des SCK. In der vergangenen Saison begegneten sich die beiden Klubs noch auf Augenhöhe - Rhede hatte als Dritter der Abschlusstabelle sogar sieben Punkte mehr auf dem Konto als Kapellen auf Rang vier. Dann wechselte Trainer Manuel Jara mit fast der ganzen Mannschaft zum 1. FC Bocholt. Ein Szenario, das dem SCK irgendwie bekannt vorkommt. Doch während die Erftstädter, auch dank ihrer vortrefflichen Jugendarbeit, die Kurve kriegten, fiel der VfL tief. So tief, dass die Truppe von Trainer Javier Garcia Dinis bereits seit Wochen für den Neuanfang in der Landesliga planen kann. Im Erftstadion verlor Rhede mit 0:5.

Die höchst unterschiedliche Entwicklung der beiden Vereine ist für Chiquinho der unwiderlegbare Beweis, "dass wir hier gut gearbeitet haben. Und damit meine ich das ganze Team, auch im Umfeld der Mannschaft. Große Klasse, was die Jungs da machen". Enttäuschend fände er nur, fügt der am Saisonende ebenso wie sein "Co" Mo Elmimouni ausscheidende Coach hinzu, "dass der ein oder andere das nicht sehen will". In den Schoß gefallen seien ihm und seinen Mitstreitern die Erfolge nämlich nicht: "Fußballspielen kann jeder. Aber es braucht auch Disziplin, hundertprozentigen Einsatz, die richtige Taktik und Leute, die etwas davon verstehen. Auch wenn ich aus Brasilien komme, ich habe in Deutschland gelernt."

Mittlerweile funktioniert die zu Saisonbeginn fast komplett neuformierte Mannschaft so gut, dass selbst langfristige Ausfälle eigentlich unverzichtbarer Stammkräfte wie Frederik Leufgen aufgefangen werden können. Zuletzt erwischte es Abwehrchef Robin Kreis, dessen Rolle in der Zentrale der Viererkette David Dygacz ohne Reibungsverluste übernahm. Der 27 Jahre alte Allrounder ist einer der Gewinner dieser Saison. Obwohl zunächst verletzt, vergaß ihn Chiquinho nicht: "Ich habe immer an ihn geglaubt - und er hat sich mit großem Willen und viel Geduld seinen Platz im Kader erarbeitet, ist aus dem Team gar nicht mehr wegzudenken." Einen wie Dalibor Cvetkovic könnte die Truppe trotzdem gut gebrauchen. Der knallharte Kapitän ist immer noch angeschlagen, hat aber das Lauftraining wieder aufgenommen.

(NGZ)