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Fußball: SCK hat mit Uedesheim noch Rechnung offen

Fußball : SCK hat mit Uedesheim noch Rechnung offen

Im Hinspiel unterlag Kapellen dem Neuling daheim überraschend mit 0:2. In der Oberliga-Tabelle aber trennen beide Mannschaften Welten.

Beim Fußball-Oberligisten SV Uedesheim wird nicht lange gefackelt: Am Sonntag hatte sich Trainer Ingmar Putz in der Halbzeit des Heimspiels gegen Fischeln (4:1) beim zornigen Schlag gegen die Kabinentür die Hand gebrochen. Am Montagmorgen um 6.30 Uhr packte ihn Mannschaftsarzt Dr. Nabil Abdel-Jalil ins Auto, um 7.30 Uhr lag der Coach in Duisburg unterm Messer des für den SVÜ auch als Jugendtrainer tätigen Chirurgen, am Mittag ging es zurück nach Uedesheim und noch am Abend ab 19 Uhr bereitete der Ex-Profi seine Jungs auf das Match am Ostermontag (15 Uhr, Anlage am Norfer Weg) gegen den SC Kapellen vor. Putz: "Unser Doc ist mit Geld gar nicht zu bezahlen."

Ihren impulsiven Trainer werden die Gastgeber im Derby brauchen. Denn seit dem 0:2 im Hinspiel hat der SCK, in der Tabelle als Dritter mit 45 Punkten gefühlte Lichtjahre vom Neuling (27 Punkte/Rang 16) entfernt, mit dem Emporkömmling aus Neuss noch eine Rechnung offen. Angst kennt Putz indes nicht: "Da ist was drin für uns — auch das Hinspiel haben wir schließlich verdient gewonnen." In die Karten spielen könnte den Hausherren die angespannte personelle Lage beim SCK: Patrick Wesoly kickt nach langer Verletzungspause in der Bezirksliga-Vertretung, bei ihren Aushilfsjobs dort zog sich Georgios Madatsidis eine schwere Jochbeinprellung zu, Kapitän Sven Raddatz flog sogar vom Platz. Ebenfalls rotgesperrt ist Kevin Woike und fällt damit ebenso aus wie der an der Schulter operierte Stephan Wanneck, Kevin Scholz (unterstützt die "Zweite" im Abstiegskampf) und womöglich auch der grippekranke Sükrü Ak.

"Viel darf jetzt nicht mehr passieren", unkt Trainer Klaus Schütz. Den Lokalrivalen hatte er am Sonntag im Match gegen Fischeln beobachtet und dabei vor allem die Vorstöße von Miles Adeoye und Dominik Bogatzki über die Außenbahnen notiert. "Und ein Lukasz Koziatek ist technisch schon sehr ausgereift."

Bei der Wertschätzung des Kontrahenten kann Putz locker mithalten. "Das ist eine gute Mannschaft, die sich auf diesem Niveau schon seit Jahren behauptet", sagt er. Besonders angetan hat es ihm die Nachwuchsförderung in Kapellen: "Viele Spieler haben von der C- bis zur A-Jugend durchgehend in der Niederrheinliga gespielt, sind also bestens ausgebildet. Bei uns haben sich Leute wie Bene Günther oder Malte Hauenstein in diesem Alter noch gefragt, ob sie nicht lieber Inlinehockey spielen sollten." Auf einen offenen Schlagabtausch wird es der SVÜ darum am Montag nicht ankommen lassen. Putz: "Wir wollen hinten gut und kompakt stehen, die Räume eng machen, um bei Ballbesitz möglichst schnell in die Spitze vorzustoßen. Das ist unser Spiel."

Fehlen dürfte Uedesheim im Derby nur Samir Saysay (Rotsperre), wieder zur Verfügung stehen Benedikt Günther, Selcuk Eren und der Ex-Kapellener Mo Salou.

(NGZ)