Fußball : SCK gehen die Spieler aus

Nur mit Aufstockung aus der zweiten Mannschaft dürfte Niederrheinligist SC Kapellen für die Heimpartie am Sonntag gegen Wülfrath überhaupt eine spielfähige Elf zusammen bekommen. Trainer Anfang ist als Tüftler gefragt

Markus Anfang, Trainer des Fußball-Niederrheinligisten SC Kapellen, ist derzeit mehr denn je Chef einer großen Baustelle statt Coach eines personell gut bestückten Teams. "Ich habe genug Baustellen zurzeit, oder besser gesagt, eine Riesenbaustelle," sagt Anfang mit einer gehörigen Portion Galgenhumor. Und diese bezieht sich vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Wülfrath einzig und allein auf das Verletzten-Lazarett.

Noch am gestrigen Donnerstag beschäftigte Anfang nur eine Frage: Wen kann ich überhaupt aufbieten? Alex Sitter musste in der Partie gegen Hilden in der Pause mit einer Sprunggelenksverletzung ausgewechselt werden — Einsatz fraglich. Kevin Scholz droht aufgrund einer Knieverletzung eine Zwangpause von zwei bis drei Wochen. "Erst dann ist wieder an ein Lauftraining zu denken", so Anfang. Und auch Robert Niestroj (Fußverletzung) und Eduard Ungefug (Knieprobleme) drohen auszufallen.

So langsam gehen dem Kapellener Coach die Spieler aus. "Ich werde am Sonntag mit Sicherheit den ein oder anderen aus der zweiten Mannschaft in den Kader integrieren. Aber das ist alles reine Spekulation," sagt Anfang. Zeit, sich mit dem Gegner aus Wülfrath zu beschäftigen, bleibt ihm da keine. "Ich verschwende im Moment gar keine Gedanken an Wülfrath. Ich muss erst einmal zusehen, dass wir überhaupt eine Mannschaft an den Start bekommen."

Dass diese vermutlich mit vielen jungen Spielern bestückt sein wird, die sich, so Anfang, erst einmal "freischwimmen" müssen, trägt auch nicht gerade zu einer ruhigen Vorbereitung bei. "Durch die vielen Ausfälle werde ich auch auf den einzelnen Positionen viel umstellen müssen. Wen kann ich wohin verschieben, wer kann an welcher Position spielen?" All das sind Fragen, die Anfang derzeit mit sich in seinem Gepäck trägt.

Hinzu kommt auch noch die nicht gerade rosige Heimbilanz der Kapellener in dieser Saison. Von den vier Partien im Erftstadion konnte der SCK nur eine für sich entschieden. Die letzten beiden, 0:2 gegen Bocholt und 1:3 gegen Hiesfeld, gingen sogar verloren. Anfang: "Wir haben bei unseren letzten Auftritten zu Hause nicht gerade glücklich ausgesehen."

Diese Heimbilanz ein wenig aufzupolieren gilt es am Sonntag gegen Wülfrath. Doch nicht nur die: Von den zurückliegenden acht Meisterschaftspartien gegen die Elf aus dem Bergischen Land konnten die SCK-Kicker nur eine für sich entscheiden, fünf Mal trennte man sich Unentschieden, zwei Mal ging man leer aus.

Statistiken, Zahlen und Fakten, die auf der Großbaustelle von Markus Anfang zurzeit allerdings gar keinen Platz haben. Denn der ist primär als personeller Tüftler gefordert.

(NGZ)