Fußball : SCK gegen Wülfrath torlos

Lange Zeit war das torlose Remis des SC Kapellen gegen den 1. FC Wülfrath schwere Kost. Am Ende erspielte sich der Oberligist fast im Minutentakt Torgelegenheiten, konnten aber keinen Ball im Tor der Gäste unterbringen.

Kapellen Markus Anfang, Trainer des SC Kapellen, sah nach dem 0:0 gegen den 1. FC Wülfrath das Positive: "Normalerweise verlierst du solche Spiele, in denen du viel versuchst, aber kein Tor machst durch einen blöden Konter. Wir haben uns keinen Konter eingefangen. So wie heute haben wir schon lange nicht mehr zu Null gespielt."

Zumindest in der eigenen Hälfte hatte der Oberligist gestern alles im Griff, die zahlreichen Befreiungsschläge, mit denen sich Wülfrath des Balles entledigte, waren bei den souveränen Robin Kreis und Marcel Koch bestens aufgehoben. Die beiden Torschüsse, die gefährlich auf den Kasten von Stefan Offermann kamen, parierte er sicher.

Im Angriffsspiel tat sich der SCK dafür umso schwerer und konnte sich vor der Halbzeit nicht gegen die rote Wand durchsetzen, die sich meist mit acht Spielern vor dem eigenen Strafraum aufbaute. Paradebeispiel war eine Szene in der 39. Minute, als Robert Niestroj mit dem Ball am Fuß eigentlich schon abschlussbereit war, das Tempo dann aber so verschleppte, dass der Angriff an der Mittellinie von neuem begann.

Das verbesserte sich nach dem Seitenwechsel, als jeweils nach Eckbällen Benjamin Schütz per Kopf, Patrick Becker per Volleykracher und Kevin Woike mit einem irregulären Tor endlich Leben ins Spiel brachten (56.-58. Minute). Danach schienen die Gastgeber wach zu sein, erneut Schütz mit einem wuchtigen Kopfstoß (69.) und der aufgerückte Koch nach starker Schütz-Vorlage (70.) brachten den Ball nicht im Tor unter.

"Gegen einen so defensiv eingestellten Gegner ist es immer schwer", fand Anfang. "Wülfrath ist hier von vorne herein mit dem Ziel Unentschieden ins Spiel gegangen und hat die Bälle eigentlich nur 'rausgeschlagen." So war es den laufstarken Kapellenern nur in seltenen Fällen möglich, mit Tempo in die gegnerische Hälfte zu marschieren. Damit wurden sie ihrer vielleicht größten Stärke beraubt. Laut Anfang hätte seine Elf das besser lösen können: "Wir haben einfach nicht genug getan und nicht den Abschluss gefunden. Trotzdem haben wir wieder gepunktet, damit können wir leben."

Die Gäste waren eigentlich nur in zwei Situationen richtig gefährlich: Kurz vor Schluss, als der eingewechselte Kuk Han bei einem Konter in Offermann seinen Meister fand, und kurz vor der Pause, als Ali Ilbay drei Verteidiger stehen ließ, bevor er im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Die Pfeife von Schiedsrichter Alexander Busse blieb stumm, womit er von da an den Unmut des 1. FC auf sich zog. Das spitzte sich soweit zu, bis Ivan Simic in der 90. Minute die rote Karte sah, nachdem er Busse heftig angegangen war.

Den üblichen Verletzten hatte der SCK auch noch zu beklagen: Linksverteidiger Stephan Wanneck knickte nach einer halben Stunde ohne Fremdeinwirkung um und wurde mit dick geschwollenem Sprunggelenk ausgewechselt.

(NGZ)