Fußball : SCK führt Straelen vor

Zu einer Demonstration der Stärke geriet der 5:2-Heimsieg des Fußball-Niederrheinligisten aus Kapellen. Als dreifacher Torschütze bestach Georgios Madatsidis. Trainer Markus Anfang fand trotzdem ein Haar in der Suppe.

Markus Anfang ist ein akribischer Arbeiter mit großer Liebe zum Detail. Nach der berückenden Vorstellung des vom ihm trainierten Fußball-Niederrheinligisten SC Kapellen gegen den SV Straelen, die im Endstand von 5:2 (Halbzeit 1:0) nur einen höchst unzureichenden Niederschlag fand, kehrte der Ex-Profi von seiner obligatorischen Gratulationskur mit überraschend finsterer Miene zurück. Dass seine Bubis in der Schlussphase nach einer 5:0-Führung noch zwei Gegentreffer zuließen, ging ihm nämlich gehörig gegen den Strich. "Wenn wir vorne unseren Spaß haben, müssen wir auch hinten konzentriert bleiben", bemängelte er.

Damit hatte er sicher recht, doch die Freude am herzerwärmenden Auftritt der Hausherren konnten die beiden Tore von Danny Thönes in der Schlussphase eigentlich nicht trüben. Auch ohne Lars Schuchardt spielte der SCK wie aus einem Guss. Im Mittelfeld übten Alexander Sitter, Patrick Becker und Frederik Leufgen eine schon erdrückende Dominanz aus, vorne stießen die wieselflinken Georgios Madatsidis, Sven Raddatz und Robert Niestroj immer wieder energisch in die Nahtstellen der viel zu statischen Viererkette um Marc Linssen. Das hätte schon vor der Pause mehr ergeben müssen, als den einen Treffer von Madatsidis nach 24 Minuten.

Sitter per Volleyabnahme (18.), sowie Patrick Wesoly (29.), Raddatz (34.), Niestroj (44.) und Madatsidis (45.), die alle in günstiger Schussposition in Straelens bemitleidenswerten Keeper Heiko Stienen ihren Meister fanden, hätten schon in den ersten 45 Minuten für klare Verhältnisse sorgen können. Dafür lief es dann nach dem Seitenwechsel auch im Abschluss wie geschmiert: Nach einem Querschläger von Thomas Brouwers im eigenen Strafraum vollstreckte erneut Madatsidis eiskalt zum 2:0 (47.). Raddatz, klug von Niestroj im Express-Tempo eingesetzt, umkurvte beim 3:0 (50.) aufreizend locker den von seinen Teamkollegen wieder mal sträflich im Stich gelassenen Stienen. Dann hämmerte Sitter einen Freistoß aus 20 Metern ans Lattenkreuz (55.). Wiederum nur zwei Minuten später markierte der vor dem Tor für sein Alter schon erstaunlich abgeklärt Madatsidis mit seinem dritten Treffer das 4:0 (57.). Und der Vollblutstürmer, in der vergangenen Saison noch Mitglied der bärenstarken A-Jugend des SCK, hatte noch einen Pfeil im Köcher. Kurz bevor ihm sein Coach den verdienten Abgang gönnte, legte er das Leder uneigennützig zurück auf den an der Strafraumgrenze lauernden Leufgen. Man muss auch gönnen können! Gegen den anschließenden Schuss des feinen Technikers war Stienen absolut machtlos (61.).

Das etwas unkonzentrierte Finale grämte Anfang zwar, an der Leistung seiner blutjungen Truppe gab es für den Trainer indes rein gar nichts auszusetzen: "Das haben die Jungs schon klasse gemacht."

(NGZ)