Fußball : SCK dreht mächtig auf

Gegen tiefstehende Gäste aus Hilden-Nord hatte der SC Kapellen zunächst Mühe, lag zur Pause sogar mit 0:1 zurück. Nach dem Seitenwechsel aber erspielten sich die Hausherren in beeindruckender Manier einen 4:1-Erfolg.

Sicher, die 6:1-Galavorstellung an Ostern in Hiesfeld hatte zu begeistern gewusst, aber weitaus erfüllender fand der auch in der nächsten Saison in Diensten des Fußball-Niederrheinligisten SC Kapellen stehende Trainer Markus Anfang den 4:1-Erfolg (Halbzeit 0:1) seiner Schützlinge am gestrigen Sonntag über das Kellerkind SV Hilden-Nord. "Wie die Jungs den individuellen Fehler eines Mitspielers als Team aufgefangen haben, freut mich viel mehr als alles andere", bilanzierte er zufrieden lächelnd. "Das ist bezeichnend für diese Mannschaft."

Ausgerechnet Abwehrchef Stefan Dresen, normalerweise ein Ausbund an Zuverlässigkeit, hatte den Gästen mit einem kapitalen Fehler den schmeichelhaften Führungstreffer ermöglicht. Als letzter Mann ließ sich der Kapitän auf ein Duell mit dem flinken Abdoulaye Kourouma und verlor prompt den Ball. Danach tanzte der Hildener auch den zur Hilfe geeilten Valentin Rittmann aus und schob das Leder lässig über die Linie (28.). Das machte die Sache für die Hausherren noch eine Spur unangenehmer, denn die angesichts dieser Spielklasse fußballtechnisch erstaunlich limitierten Gäste taten nun gar nichts mehr fürs Spiel. Genau das hatte Anfang erwartet und mahnte seine junge Mannschaft darum zur Geduld.

Eine harte Prüfung, besonders im von zahlreichen Fehlpässen und Ballverlusten schon in der Spieleröffnung geprägten ersten Durchgang. Besserung schien zunächst auch in Hälfte zwei nicht in Sicht. Bezeichnend dafür die Szenen in der 53. Minute: Frederik Leufgen, der zuvor sein Glück vor allem aus der Distanz versucht hatte, setzte sich auf dem Flügel zunächst gekonnt durch, passte den Ball dann aber in den Rücken des einschussbereiten Sven Raddatz. Kevin Scholz hielt die Chance am Leben, rutschte jedoch aus.

Dass der SCK trotzdem noch die Wende schaffte, verdient Respekt, dass er dies mit spielerischen Mitteln erreichte, sogar Bewunderung. Dem Ausgleich von Lars Schuchardt (62.) ging ein rasanter Spielzug mit anschließender Maßflanke über Benny Schütz und Robert Niestroj voraus. Am 2:1 (69.) — diesmal war Schuchardt aus kurzer Entfernung mit dem Kopf zur Stelle — waren Niestroj und Sükrü Ak, die auf den Außenbahnen mächtigen Wirbel entfachten, sowie Leufgen als Vorbereiter beteiligt. "Treffer, die nicht zufällig entstanden sind", wollte Anfang nicht ohne einen Anflug von Stolz festgehalten wissen.

In der Schlussphase schlug sich die spielerische Überlegenheit der Gastgeber endlich auch im Ergebnis nieder. Kevin Scholz servierte dem erst kurz zuvor eingewechselten Ede Ungefug die Kugel maßgerecht zum 3:1 auf den Schlappen (88.) und durfte dann selber vom Punkt ran, als Hildens Sven Köppen Ungefug im Strafraum elfmeterreif zu Fall brachte (90.).

(NGZ)