Fußball : SCK beschließt Jahr mit Kracher

Die Hinrunde hat der SC Kapellen auf dem beeindruckenden sechsten Tabellenplatz beendet. Im letzten Spiel vor der Winterpause tritt der Fußball-Niederrheinligist am Samstag beim Aufstiegsfavoriten TuRU Düsseldorf (Anstoß 16.30 Uhr) an. Das Hinspiel hatte der Außenseiter mit 2:0 gewonnen.

Nur eine Woche nach dem 0:0 beim FC Kray, den die Nullnummer die Tabellenführung kostete, wartet auf die Niederrheinliga-Kicker des SC Kapellen der nächste Kracher. Morgen begegnen die von Markus Anfang trainierten Bubis im Stadion an der Feuerbachstraße der sicher bis zur Halskrause motivierten TuRU Düsseldorf.

Denn die sowohl finanziell als auch personell bestens ausgestatteten Oberbilker haben mit dem SCK noch eine alte Rechnung offen. Im Hinspiel erwischte der Außenseiter den Titelkandidaten nämlich kalt und gewann durch Treffer von Simon Kozany sowie Lars Schuchardt völlig verdient mit 2:0.

Zuletzt jedoch blieb die Elf von Trainer Frank Zilles siebenmal in Folge ohne Niederlage — und am vergangenen Spieltag zerlegte die Truppe um Spielmacher Athanasios Tsourakis die ebenfalls mit großen Ambitionen in die Saison gestartete Ratinger Spvg Germania beim 8:1 nach allen Regeln der Kunst.

Danach meinte der so verprügelte Trainer Karl Weiß: "So etwas habe ich in 25 Jahren als Trainer noch nicht erlebt. Wer mit so einer Einstellung auf den Platz geht, hat mit Fußball nicht viel zu tun." Bemerkenswert: Genau wie Kapellen hatten die Ratinger nur eine Woche vor diesem Duell Kray ein 0:0 abgetrotzt.

Natürlich begegnet Anfang dem Tabellendritten mit dem allergrößten Respekt. "Das ist ein Wahnsinnskader, da steckt eine Riesenqualität drin. Mit denen können wir uns im finanziellen Bereich überhaupt nicht messen."

Auf dem Platz aber schon. "Wir sind was wert!" stellt der ehemalige Profi nach einer Serie von acht ungeschlagenen Partien in Folge fest, und erklärt, was er damit meint: "Man hat gesehen, dass wir mit unserer jungen Mannschaft in vielen Dingen schon relativ weit sind. Es ist inzwischen fast schon zu unserem Aushängeschild geworden, dass wir unsere Punkte nicht mit Glück holen, sondern hart dafür arbeiten."

Trotzdem gelingt es dem Coach, Talente wie Patrick Wesoly, Georgios Madatsidis, die in Kray sogar in der Anfangsformation standen, Pierre Schnock oder auch den von einem Handbruch in seiner Entwicklung etwas zurückgeworfenen Berkant Jumerovski auszubilden. Schwer beeindruckt zeigt sich Anfang zudem von der Geschwindigkeit, mit der sich Kicker wie Patrick Becker nach schweren und langwierigen Blessuren wieder herangekämpft haben. "Er hat aus seiner Verletzung heraus eine beachtliche Hinrunde gespielt."

Nach dem Kick gegen Düsseldorf gewährt er seiner arg strapazierten Truppe erst mal eine Pause bis zum 19. Januar (am 22. Januar steht im heimischem Erftstadion das Viertelfinalspiel im Kreispokal gegen Hackenbroich auf dem Programm).

Natürlich hat er alle Akteure mit einem speziellen Fithalteprogramm für die Feiertage ausgestattet, "und es wäre fatal, wenn sich die Jungs nicht daran halten", droht er väterlich. Mit einem Lächeln fügt er an: "Vielleicht packen wir vorher ja noch mal die Waage aus, dann sehen wir später genau, wer im Urlaub an sich gearbeitet hat."

(NGZ)