Schwimmer kämpfen um Erhalt des Neusser Stadtbads

Schwimmen: Schwimmer kämpfen um ihr Bad

456 Teilnehmer sorgten bei den Mannschaftsmeisterschaften für ein proppevolles Stadtbad. Der Neusser Schwimmverein sieht das als gutes Argument für den Erhalt des 50-Meterbeckens.

Neuss Es war voll am Wochenende im Neusser Stadtbad, im Becken, wo 456 Kinder und Jugendliche beim Verbandsentscheid der Deutschen Jugend-Mannschaftsmeisterschaften (DMSJ) an den Start gingen, ebenso wie auf der Tribüne.

Für den gastgebenden Neusser Schwimmverein (NSV) Grund und Anlass, nicht zum ersten Mal seine Sorgen um den Erhalt eines Wettkampf-tauglichen Bades in Neuss an die Öffentlichkeit zu tragen. „Dieses Wochenende hat einmal mehr gezeigt, dass Neuss ein Wettkampf-taugliches Bad braucht, um weiterhin in der ersten Riege im Verband, in NRW und auch auf Bundesebene mitschwimmen zu können,“ sagt Geschäftsführerin Gisela Hug, „unsere Schwimmer trainieren an sieben Tagen in der Woche und brauchen dafür eine funktionierende Sportstätte.“ Ihre Sorge: Wenn das in die Jahre gekommene Bad an der Hafenstraße wegen Renovierungsarbeiten wie geplant für mehr als zwei Jahre geschlossen wird, könnten sich frustrierte Nachwuchs-Schwimmer vom Verein oder gleich ganz von ihrer Sportart verabschieden.

Diese Sorge teilt sie mit den betroffenen Eltern. „Wir brauchen während der langen Umbauphase eine vernünftige Alternative,“ sagt Ralf Schmitz, dessen vier Kinder im Schwimmverein aktiv sind. Er denkt dabei an einen Vorschlag, den NSV-Vorsitzender Siegfried Willecke schon vor Jahresfrist unterbreitet hat: Mit der im städtischen Besitz befindlichen Traglufthalle, ursprünglich für die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen angeschafft, das 50 Meter lange Außenbecken des Südparkbades Winter-tauglich zu machen. „Schwimmen lernen ist eine unverzichtbare Fertigkeit für Kinder,“ sagt Schmitz, „eine solche Lösung käme also nicht nur dem Leistungssport zugute.“

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Dass der – noch – funktioniert, bewies die SG Neuss (Startgemeinschaft aus NSV und TG Neuss) bei den Mannschaftsmeisterschaften. Die weibliche Jugend D (Jahrgänge 2007/08) sicherte sich nicht zuletzt dank einer überragenden Mariaa Mukhovata, die gleich über vier Strecken mit tollen Zeiten aufwartete, den Sieg mit deutlichem Vorsprung vor der SG Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen. Bei der männlichen Jugend der gleichen Altersgruppe lautete die Reihenfolge genau umgekehrt. Bei der C-Jugend (Jahrgänge 2005/06) trumpften dagegen die Jungs auf: Die erste Mannschaft der SG Neuss holte sich Platz eins vor der SG Bayer, die nur mit Schwimmern des jüngeren Jahrgangs besetzte „Zweite“ belegte ebenso Rang vier wie die Mädchenmannschaft. Bei der B-Jugend (Jahrgänge 2003/04) landete die männliche Jugend auf Rang zwei hinter der SG Bayer, die Mädchen wurden Fünfte. Und auch bei der männlichen A-Jugend (Jahrgänge 2001/2002) gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SG Neuss und SG Bayer, das hier die Bayer-Schwimmer knapp für sich entschieden. Wer es von den erfolgreichen Teams ins NRW-Landesfinale am 1. und 2. Dezember in der Wuppertaler Schwimmoper schafft, steht erst nach Sichtung der Ergebnisse aller Verbandsmeisterschaften fest.

Im Stadtbad rüstet sich der NSV schon zum nächsten Großereignis: Am 8. und 9. Dezember richtet er zum 43. Mal das beliebte Rheinland-Schwimmfest aus. Deshalb so beliebt, weil es eine der ersten Möglichkeiten bietet, die Qualifikationsnormen für die Deutschen Meisterschaften zu unterbieten – und das auf einer 50-Meter-Bahn.

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