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Korschenbroich: Schwestern geben ein Konzert

Korschenbroich : Schwestern geben ein Konzert

Sie sind in der Region für ihre gute Musik bekannt: Simone (20) und Corinna (22) Hentschel aus Glehn. Inzwischen studieren sie in München und Rostock. Aktuell proben sie für ein gemeinsames Konzert im Sandbauernhof.

Kleine Mädchen träumen davon, Prinzessin zu werden und kleine Jungs Pirat. Werden die Kinder älter – werden die Berufsvorstellungen mit Tierärztin, Lehrerin oder Friseurin konkreter. Für Simone und Corinna Hentschel spielte das Thema im Familienverbund nie wirklich eine Rolle. Für beide stand schon in der Grundschule fest: "Wir werden Berufsmusiker."

Mittlerweile haben die beiden Glehnerinnen viele Etappen auf dem Weg dorthin erfolgreich gemeistert und ihr Ziel fest vor Augen: Beide wollen in einem großen Orchester spielen. Während Corinna Hentschel von einer Karriere mit der Geige träumt, will Simone Hentschel auf die Pauke hauen. Dass sie am liebsten in ein und demselben Orchester spielen würden, ist kein Geheimnis. Doch das sieht Corinna Hentschel ganz realistisch: "Das wäre toll, ist aber sehr unwahrscheinlich."

Eines steht für die Hentschel-Sisters schon jetzt fest: "Egal, auf welchen Kontinent es uns mal verschlägt, wir werden immer wieder als Duo auftreten." Und damit sie nicht aus der Übung kommen, wird in den Semesterferien täglich bis zu sechs Stunden gemeinsam geprobt. Schließlich wollen die beiden nach ihrem Konzert-Debüt von 2008 deutlich zulegen. "Wir waren damals schon gut", sagt die Geigerin selbstbewusst. Doch für die Schlagzeugerin steht außer Frage: "Heute sind wir wesentlich besser."

Und dafür tun die beiden Schwestern eine ganze Menge. Es vergeht kein Tag, an dem nicht geprobt wird. Inzwischen studieren beide – Corinna in Rostock im sechsten Semester Geige, Simone in München im dritten Semester Schlagwerk. "Man sucht sich im Musikstudium seinen Studienort eben nach dem Professor aus", sagt Corinna, die an der Hochschule für Musik und Theater bei Liviu Casleanu das Streichinstrument studiert. Schwester Simone nimmt bei Adel Shalaby im Süden Unterricht.

Die 20-Jährige verstärkt in München an den Wochenenden bereits regelmäßig verschiedene Orchester – mit der Pauke oder mit der kleinen Marschtrommel, einem Instrument, das viele von den Bundeswehrkapellen oder von Schützenumzügen kennen. "Das macht riesigen Spaß, bringt Routine und hilft auch bei der Studienfinanzierung", so Simone, die im Februar bereits in Kairo auf Konzertreise war. Die Konkurrenz für Corinna Hentschel ist hingegen richtig groß. "In Asien spielt mittlerweile jedes dritte Kind Geige", stellt die 22-Jährige unaufgeregt fest. Sie gehört seit Februar zu einem von neun Ensembles, die eine Jury von Musikprofessoren für die Stiftung "Live Music Now" ausgewählt hat. Hier steht der soziale Aspekt im Vordergrund. Und so bringt die Glehnerin ihre Geige vor Behinderten, Wachkoma-Patienten und vor Senioren zum Klingen, für die der Weg in den Konzertsaal zu beschwerlich geworden ist.

(NGZ)