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Schweres Startprogramm für BW Neuss in der Tennis-Bundesliga

Tennis-Bundesliga : Schweres Startprogramm für BW Neuss

Statt mit einem Heimspiel gegen den Gladbacher HTC beginnt die Saison in der Tennis-Bundesliga für die Neusser mit zwei knallharten Auswärtspartien. Die Blau-Weißen tun alles dafür, um ein schlagkräftiges Team aufbieten zu können.

Marius Zay ist in seiner Funktion als Teamchef des Tennis-Bundesligisten TC BW Neuss anzumerken, dass er sich die Vorfreude auf die neue Saison nicht vermiesen lassen will. Denn nach dem Aufstieg in 2019 und der Corona-bedingten Absage der Bundesliga im vergangenen Jahr ist der Verein, der noch immer Rekordmeister in Deutschland ist, heiß darauf, sich wieder in der höchsten Spielklasse präsentieren zu können. „Wir haben Lust darauf, trotz aller Schwierigkeiten“, sagt Zay mit Blick auf die eigene Mannschaft und schiebt bezogen auf die ganze Liga hinterher: „Wir wollen als Tennis ein Zeichen setzen, dass wir die Saison unter diesen Voraussetzungen wuppen können.“

Mit „diesen Voraussetzungen“ meint Zay die Lage, wie sie durch die von der Corona-Pandemie verursachten Unwägbarkeiten entstanden ist. Der vorläufige Höhepunkt war, dass sich kurz vor dem eigentlichen als Saisonstart vorgesehenen 4. Juli die Erkenntnis durchsetzte, dass es sinnvoller sei, die Spielzeit erst mit dem für diesen Freitag und Sonntag vorgesehenen Doppelspieltag beginnen zu lassen. Hintergrund war, dass sich einige Erstligisten darüber beschwert hatten, dass ihnen etliche Spieler aus ihrem Kader nicht zur Verfügung gestanden hätten, weil sie in Wimbledon aktiv waren. Schließlich war Großbritannien noch bis Dienstag Virusvariantengebiet, so dass bei der Einreise nach Deutschland eine 14-tägige Quarantäne hätte eingehalten werden müssen. Dass Großbritannien und auch Portugal seit Mittwoch nicht mehr den Status als Virusvariantengebiet haben, sollte die Lage mit Blick auf das kommende Wochenende für die meisten Teams entspannen.

  • Dominic Thiem ist bei Mannheim gemeldet.
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  • Der Italiener Marco Cecchinato ist die
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Für die Blau-Weißen begann die komplizierte Vorbereitung der Saison aber schon viel früher. Als es zu Beginn des Jahres galt, den Kader zusammenzustellen, musste Neuss das tun, ohne genau zu wissen, wie hoch das Budget sein würde. Denn nach dem Jahr Pause mussten die Gespräche mit den Sponsoren aufgenommen werden, ohne zu wissen, ob überhaupt gespielt werden kann. „Sponsoring ist permanent ein Thema. Zum Glück sind die meisten Unterstützer dabeigeblieben, wobei wir andere hinzugewonnen haben. So ist unser Etat aktuell nur leicht zurückgegangen, die Akquise läuft aber weiter“, erklärt Marius Zay.

 Aktuell ist er allerdings im Stress, sein Mobiltelefon ist im Dauereinsatz, um ein schlagkräftiges Team für den Saisonstart auf die Beine zu stellen. Und der findet wegen der Verschiebung eben nicht auf eigener Anlage gegen den Gladbacher HTC statt, sondern mit den beiden Auswärtspartien am Freitag gegen Mannheim und am Sonntag gegen Großhesselohe. Was die Zusammenstellung der Mannschaft für den Auftakt anbelangt, hätte sich Zay angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen mehr Unterstützung vom Deutschen Tennisbund gewünscht. „Ich hätte erwartet, dass der DTB Ideen aufnimmt, die für uns Vereine etwas den Druck nehmen. Doch da ist nichts passiert“, sagt der BW-Teammanager, der sich aber nicht mehr mit Vergangenheitsbewältigung aufhalten möchte: „Jetzt geht’s los, wir müssen uns aufs Sportliche konzentrieren.“

Und das Sportliche hat es in sich für die Blau-Weißen, denn in den ersten fünf Partien geht es nur gegen Mannschaften, die für den Aufsteiger im Normalfall mindestens eine Nummer zu groß sind. Erst mit der Partie gegen den Rochusclub beginnt für Zay die Phase der Saison, wo gepunktet werden sollte, um die Klasse zu halten. Das wirft wieder die schwierige Frage auf, wie viel Geld ihres Etats die Neusser anfangs einsetzen sollen. Denn einerseits wollen sich Blau-Weiß auch gegen die Topteams ordentlich präsentieren, andererseits kommen die wohl wichtigeren Partien erst später. Zay bemüht sich für Freitag auf jeden Fall den Niederländer Botic van den Zandschulp aufzubieten, der in Wimbledon die zweite Hauptrunde erreichte. Weitere Kandidaten fürs Wochenende sind der Belgier Julian Cagnina, der Spanier Javier Barranco und der Italiener Luca Vanni.