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Hockey: Schwarz-Weiß startet verhalten optimistisch

Hockey : Schwarz-Weiß startet verhalten optimistisch

Der Hockey-Erstligist empfängt zum Saisonauftakt den Münchner SC und den Mannheimer HC.

Ohne Sorgen gehen die Hockey-Mädels des Erstligisten HTC SW Neuss natürlich nicht in den ersten Doppelspieltag mit Heimauftritten gegen den Münchner SC (Sa. 16.30 Uhr) und den Mannheimer HC (So. 13 Uhr), doch hat sich Trainer Simon Starck unmittelbar vor einem Saisonstart auch durchaus schon schlechter gefühlt. Das liegt in erster Linie an der ordentlichen Vorbereitung. "Ich bin ganz zufrieden", sagt er und fügt mit Blick aufs Vorjahr an: "Da haben wir vorher alle Testspiele verloren und dabei gerade mal zwei Tore geschossen."

Alleine im abschließenden Match am Dienstag gegen den Düsseldorfer HC (4:4) gelangen Schwarz-Weiß vier Treffer, was nicht unbedingt selbstverständlich ist. Denn gerade in der Kreativ- und Schaltzentrale tut sich ein großes Loch auf: Nationalspielerin Luisa Steindor arbeitet nach ihrem Kreuzbandriss im linken Knie mit Eifer am Comeback, Lina Geyer ist als Ärztin in Bochum derartig stark eingespannt, dass sie für die ersten fünf Spiele abgesagt hat. Und da sich auch die Chilenin Javiera Villagra weiterhin mit immer noch nicht genau diagnostizierten Rückenschmerzen herumplagt (ihre Teilnahme an den Südamerika-Meisterschaften hat die 30-Jährige abgesagt), ist Katrin Bremer am Wochenende vielleicht die einzige gelernte Mittelfeldspielerin im Kader. Dass die Mannschaft damit gezwungen war, die Probleme aus sich heraus zu lösen, findet der Coach freilich gar nicht mal so verkehrt. "Das tut ganz gut, schließlich wollen wir hier keine Inselbegabten produzieren." Soll heißen, die sonst eher im Sturm eingesetzten Nadine Ritterbach, Kim Kövel und Verena Würz rückten ebenso in die Mitte des Feldes wie die zuletzt vorwiegend in der Defensive eingesetzte Katharina Kreiner. Starck: "So etwas fördert das Verständnis zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen."

Viel Zeit, sich in ihre neuen Rollen einzufinden, haben die betroffenen Spielerinnen allerdings nicht, denn schon zum Start müssen die Lektionen sitzen. Gegen München gingen in der Vorsaison beide Partien verloren – und das Team um die Ex-Neusserin Sophie Steindor, das bei der DM-Endrunde im Juni im Halbfinale dem späteren Titelträger Berliner HC erst im Siebenmeterschießen unterlag, ist seither nicht schwächer geworden. In Torfrau Kim Platten, Nina Hasselmann und Hannah Krüger kann MSC-Trainer Klaus Holzmüller auf drei aktuelle Europameisterinnen bauen. Beim Mannheimer HC spielen in Lydia Haase und Hannah Gablac – der 18 Jahre alte Shootingstar wechselt studienbedingt womöglich noch kurzfristig nach Berlin – zwei Goldmädels von Boom. Starck kennt die Gegner natürlich aus dem Effeff, bleibt aber verhalten optimistisch: "Das sind harte Brocken, da sechs Punkte zu fordern, wäre vermessen. Aber auch wenn jedem klar ist, dass wir uns momentan in einer Art Schwebezustand befinden, sehe ich uns überhaupt nicht chancenlos."

(NGZ)